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	<title>Aufenthalte&#187; Aufenthalte &#8212; Ann Marie Rasmussen Archiv</title>
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	<description>Christophe Fricker über Freundschaft in Zeiten der Mobilität</description>
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		<title>Angelsächsische Hochschulen?</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Nov 2009 23:06:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ann Marie Rasmussen]]></category>
		<category><![CDATA[Mittelalter]]></category>
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		<description><![CDATA[Die deutsche Universitätslandschaft wird reformiert, aber angelsächsisch wird sie nicht. Ein Essay von Ann Marie Rasmussen


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg06.met.vgwort.de/na/2de96150604a43d9b7f2db0dccdd6d44" width="1" height="1" alt=" Angelsächsische Hochschulen? "  title="Angelsächsische Hochschulen? " />
<p><strong>Die deutsche Universitätslandschaft wird reformiert, aber angelsächsisch wird sie nicht. </strong></p>
<p>Von Ann Marie Rasmussen</p>
<p>Bei meiner morgendlichen Lektüre der <em>Los Angeles Times </em>wurde ich stutzig. In einem Beitrag wurde der französische Präsident Sarkozy mit den Worten zitiert: „Natürlich gab es Spannungen im Verhältnis mit den USA, natürlich wurde gekämpft. Aber selbst unsere angelsächsischen Freunde (our Anglo-Saxon friends) sind nun vollkommen davon überzeugt, daß wir neue Regeln für die Finanzmärkte brauchen.“ Angelsachsen? Englische Muttersprachler müssen eine solche Wortwahl komisch und beinahe surreal finden. Aber warum? Meint man im Englischen mit dem Wort „Anglo-Saxon“ nicht dasselbe, was die Deutschen mit „angelsächsisch“ meinen? Um es kurz zu machen: nein.</p>
<p><a href="http://www.aufenthalte.info/wp-content/uploads/2009/11/Angelsaechsisch2.jpg"><img class="size-full wp-image-790 alignleft" title="Angelsaechsisch2" src="http://www.aufenthalte.info/wp-content/uploads/2009/11/Angelsaechsisch2.jpg" alt="Angelsaechsisch2 Angelsächsische Hochschulen? " width="265" height="199" /></a>Präsident Sarkozy verwandte angelsächsisch so, wie es in Europa meist geschieht: als Begriff für britisch und amerikanisch. Diese Bedeutung ist offenbar eine Prägung des zwanzigsten Jahrhunderts. Goethe kennt sie nicht, auch in Grimms Wörterbuch fehlt sie. Duden und Wahrig erklären historisch: „Angelsachse: Vertreter der im 5./6. Jahrhundert nach England ausgewandeten westgermanischen Stämme der Angeln, Sachsen, und Jüten.” Der Duden ergänzt: „Person englischer Abstammung und Muttersprache, insbes. Engländer und englischstämmiger Amerikaner.”</p>
<p>Die Definition, die nun in Mode ist, rückte in den Debatten zur Hochschulreform in den Mittelpunkt des Interesses. Schon 1997 benutzte die damalige Bundesregierung den Begriff mit Bezug auf das britisch-amerikanische Hochschulsystem, das auch auf Kanada, Neuseeland und Australien ausstrahlt: „Der Bekanntheitsgrad und die Verwertbarkeit des deutschen Diploms sind, insbesondere in außereuropäischen Staaten, begrenzt. Das angelsächsische Graduierungsmodell (Bachelor, Master) ist dagegen am ‚Weltmarkt‘ allgemein akzeptiert. In weiten Teilen des Auslands gilt zudem die Bezeichnung ‚Diplom‘ als undifferenzierte Qualifikation auch im nicht akademischen Bereich.” (Aus einem Entwurf zur Änderung des Hochschulrahmengesetzes).</p>
<p>Meinen Sprecher des Deutschen also mit dem Begriff angelsächsisch einfach englischsprachige Länder weltweit? Ist es ein Euphemismus, mit dem das politische Minenfeld des Begriffspaars britisch-amerikanisch umgangen wird? Deutsche würden Präsident Sarkozys Bemerkung wohl kaum anstößig finden. Sie würden wohl auch die folgenden Passagen, ausgewählt aus einer großen Anzahl von aktuellen Beispielen, weder lustig noch rätselhaft finden: „Bald wird nur noch angelsächsisch kommuniziert” (warum nicht einfach „auf Englisch“?); oder „Französisch denken, angelsächsisch lenken, scheint das Motto von Edward Mitterrand zu sein” (wie lenkt man auf angelsächsisch?).</p>
<p>Was meint man nun auf Englisch mit dem Wort „Anglo-Saxon“? Englische Muttersprachler werden die erste Definition von Duden und Wahrig akzeptieren, auch wenn solches historische Wissen kaum Allgemeingut ist.</p>
<p><a href="http://www.aufenthalte.info/wp-content/uploads/2009/11/Angelsächsisch3.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-791" title="Angelsächsisch3" src="http://www.aufenthalte.info/wp-content/uploads/2009/11/Angelsächsisch3.jpg" alt="Angelsächsisch3 Angelsächsische Hochschulen? " width="300" height="200" /></a>Der Mißklang auf der sprachlichen Ebene hat aber einen anderen Grund. Für die meisten Amerikaner ist Anglo-Saxon ein Synonym (eigentlich eine Metonymie) für WASP, ein negativ konnotierter soziologischer und politischer Neologismus aus den 60er Jahren, der für White Anglo-Saxon Protestant steht. WASP sind Angehörige der oberen Mittelklasse und der oberen Zehntausend, die von den frühsten Siedlern abstammen und ihrem Selbstverständnis nach den wirtschaftlichen Wohlstand, das gesellschaftliche Ansehen und die politische Macht in den USA gleichsam aus naturgegebenem Recht kontrollieren. Nur diejenigen, die alle drei Eigenschaften (Ethnizität, kulturelles Erbe und Religion) vereinen, gehören zu dieser Gruppe. Juden, Katholiken,  Schwarze, mexikanisch-, asiatisch-, italienisch- und irischstämmige Amerikaner sind ebenso wenig WASPs wie die indianische Urbevölkerung – und auch nicht die deutschstämmigen Amerikaner.</p>
<p>Als Professorin an einer amerikanischen Universität bereitet mir der deutsche Ausdruck „angelsächsisches Hochschulsystem“ böseste Kopf- und Bauchschmerzen, selbst wenn ich weiß, was diejenigen, die ihn verwenden, „eigentlich“ sagen wollen. Denn wer das Bildungssystem, in dem ich arbeite, „angelsächsisch“ nennt, hat einen (sicher unwillkürlich) auf groteske Weise eingeschränkten Blickwinkel. Er übersieht, daß die schnöselige WASP-Identität dem amerikanischen Bildungswesen eben gerade nicht mehr<strong> </strong>zugrunde liegt. Im Gegenteil: Die größten Leistungen dieses Systems werden dadurch verdrängt, nämlich die Schaffung von Universitäten von Schwarzen und für Schwarze, die in den langen Jahrzehnten der Segregation größte politische, wirtschaftliche und kulturelle<strong> </strong>Hindernisse überwinden mußten; die Einrichtung von Universitäten im Westen, die von Beginn an, seitdem sie im 19. Jahrhundert geschaffen wurden, koedukativ waren; die Gründung privater, religiös geprägter Einrichtungen jedweder Glaubensrichtung; und die Tatsache, daß die neuen Einwanderergruppen, das multiethnische, multireligiöse Gepräge der USA einen Ort in der Hochschullandschaft finden konnte. Was auch immer man gegen das amerikanische Hochschulwesen sagen kann, es ist gewiß nicht weiß, nicht protestantisch, und nicht angelsächsisch. Seine Flexibilität und Vielfalt verlangt Anerkennung und regt zur Nachahmung an. Wenn deutsche Journalisten amerikanisch und britisch meinen, sollten sie es einfach sagen.</p>
<p>Denn Anglo-Saxon und angelsächsisch sind das, was Sprachlehrer falsche Freunde nennen, „zwei Wörter aus zwei verschiedenen Sprachen, die in Schreibweise und/oder Klang gleich oder sehr ähnlich sind, aber verschiedene Bedeutungen haben” (Pascoe, Sprachfallen im Englischen).</p>
<p><a href="http://www.aufenthalte.info/wp-content/uploads/2009/11/Angelsaechsisch4.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-792" title="Angelsaechsisch4" src="http://www.aufenthalte.info/wp-content/uploads/2009/11/Angelsaechsisch4.jpg" alt="Angelsaechsisch4 Angelsächsische Hochschulen? " width="300" height="200" /></a>Die Beamten, die den oben zitierten Entwurf eines neuen HRG verfaßten, waren sich durchaus bewußt, daß ein deutsches „Diplom“ nicht dasselbe ist wie ein englisches „Diploma“. Während das Deutsche ein Hochschulabschluß ist, handelt es sich beim Englischen einfach um eine Bescheinigung, die von einer Bildungs-, Ausbildungs- oder Erziehungseinrichtung ausgestellt wird, um zu bezeugen, daß jemand einen Kurs absolviert hat. In den Vereinigten Staaten erhalten Kinder manchmal ein „diploma“, wenn sie vom Kindergarten abgehen.</p>
<p>Es gibt eine Fülle von Fachliteratur und Einführungen für Laien in dieses Feld. Denn aus dem Vorigen wird klar, inwiefern Präsident Sarkozy wirklich einen Fauxpas begangen hat, indem er von seinen angelsächsischen Freunden sprach. Denn er sprach ja im Besonderen von seinem angelsächsischen Freund Präsident Barack Hussein Obama. Für einen Amerikaner ist es einfach unvorstellbar, wie der erste schwarze Präsident des Landes, der sich noch selbst als „einen Mischling“ („a mutt“) bezeichnet, dessen Wahl Schranken zwischen Rassen und Kulturen überwunden und das amerikanische Ideal der Gleichheit und der Gerechtigkeit für alle neu und radikal verwirklicht hat, als Angelsachse bezeichnet werden kann. Es ist geschmacklos, lachhaft, und daher unter Umständen. Die Redaktion der <em>LA Times </em>weiß das sicher. Vielleicht haben sie das Zitat gedruckt, um dem überambitionierten Präsidenten Sarkozy eins auszuwischen. Wie dem auch sei, wer von Präsident Obama spricht, darf ihn ruhig einen Amerikaner nennen.</p>
<ul>
<li>Titelfoto von <a href="http://www.flickr.com/photos/hinkelstone/" rel="nofollow" rel="cc:attributionURL" >http://www.flickr.com/photos/hinkelstone/</a> / <a rel="license" href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC BY 2.0.<br />
</a></li>
<li>Weitere Fotos von <a href="http://www.flickr.com/photos/snake3yes/" rel="nofollow" rel="cc:attributionURL" >http://www.flickr.com/photos/snake3yes/</a> / <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" rel="nofollow" rel="license" >CC BY 2.0</a>, <a href="http://www.flickr.com/photos/richardmoross/" rel="nofollow" rel="cc:attributionURL" >http://www.flickr.com/photos/richardmoross/</a> / <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" rel="nofollow" rel="license" >CC BY 2.0</a> und
<div><a href="http://www.flickr.com/photos/epioles/" rel="nofollow" rel="cc:attributionURL" >http://www.flickr.com/photos/epioles/</a> / <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" rel="nofollow" rel="license" >CC BY-SA 2.0</a></div>
</li>
<li>Dieser Artikel erschien zunächst in der <em>Frankfurter Allgemeinen Zeitung </em>vom 12. August 2009.</li>
</ul>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Warum übersetzen?</title>
		<link>http://www.aufenthalte.info/warum-uebersetzen/</link>
		<comments>http://www.aufenthalte.info/warum-uebersetzen/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 29 Sep 2009 22:31:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ann Marie Rasmussen]]></category>
		<category><![CDATA[Beowulf]]></category>
		<category><![CDATA[Gedicht]]></category>
		<category><![CDATA[Heaney]]></category>
		<category><![CDATA[Metapher]]></category>
		<category><![CDATA[Mittelalter]]></category>
		<category><![CDATA[Schiff]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzung]]></category>

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		<description><![CDATA[Bei Seamus Heaney steht das Schiff für das Kunstwerk. Schiffe werden gesegelt. Was aber kann ein literarisches Werk durch die Zeit vorwärts bewegen? Die Antwort ist: die konzentrierte, zielbewußte, intensive Arbeit, das Wollen einer Übersetzung.


No related posts.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Zeitschrift <em>German Quarterly</em> fragte ihre Leser, vor allem amerikanische Germanisten, warum Studenten und Wissenschaftler überhaupt Texte übersetzen sollen und warum man Übersetzungen in den Sprachunterricht einbauen soll. Die Antwort von Ann Marie Rasmussen auf dieser Seite, die Antwort von Christophe Fricker <a href="http://www.aufenthalte.info/new-formalists/warum-ubersetzen/"title="hier"  target="_blank">hier</a>:</p>
<p>And now this is ‘an inheritance’ –<br />
Upright, rudimentary, unshiftably planked<br />
In the long ago, yet willable forward</p>
<p>Again and again and again.</p>
<p>Mit diesem zweistrophige Gedicht beginnt Seamus Heaneys meisterhafte Übersetzung des altenglischen Beowulf. Der text wurde etwa im Jahr 900 geschrieben. Im Prozeß der Übersetzung treffen und unterhalten sich zwei große Geister, zwei Meister der Wortkunst – in Ihrer Gegenwart! Ihr Gespräch versammelt den langen Zeitraum von tausend Jahren in einen vergänglichen, aber wiederholbaren Moment der „beständigen Gegenwart“ (Heaney).</p>
<p>Vielleicht die schwerste der Übersetzung auferlegte Bürde ist, daß sie in ihr Zentrum nichts als das Werk selbst stellen kann. Das ist, denke ich, die Vorbedingung jeder Übersetzung, und diese Vorbedingung steht im Gegensatz zu dem Trend, das ‚Kunstwerk‘ aus dem Brennpunkt wissenschaftlicher und überhaupt konzentrierter Beschäftigung zu entfernen. Um bei Heaneys Metapher zu bleiben: Mittelalterliche Dichtung, Epik und Romanzen begegnen uns in vorgeformter Gestalt. Darauf spielt Heaney in seinem Gedicht mit dem historisch präzise situierbaren Bild eines Wikingerschiffs an. Die Metaphor läßt anklingen, daß ein literarisches Werk ein aus sprachlichem Material konstruiertes Objekt ist, das ein bestimmtes Gewicht hat. Wenn das Material, die Sprache, in der und für die es gebaut wurde, nicht mehr lebendig ist, stellt sich die Frage: verschwindet die Literatur ebenfalls in die Ferne und, bestenfalls, die Schattenexistenz als Gedankenspielplatz für Stubengelehrte?</p>
<p>In Heaneys Metapher steht das Schiff für das Kunstwerk. Schiffe werden gesegelt. Was aber kann ein literarisches Werk durch die Zeit vorwärts bewegen? Die Antwort ist: die konzentrierte, zielbewußte, intensive Arbeit, das Wollen einer Übersetzung. Jede Übersetzung, auch die befriedigendste und erfolgreichste, opfert einige Aspekte der Komplexität eines Originals, um andere Aspekte einzufangen. Weil Sprache und Kultur sich ständig weiterentwickeln, muß diese Balance immer neu erarbeitet werden. Die Arbeit des Übersetzens ist nie abgeschlossen. „Wieder und wieder und wieder“, schreibt Heaney. Tatsächlich. Es gibt dutzende Übersetzungen des Beowulf, und in der Zukunft werden wieder neue nötig sein. Die Teilung dieses Gedichts in zwei Strophen formalisiert die Trennung zwischen Original und Übersetzung. Ich kenne keinen besseren Weg, in monolingualen amerikanischen Studenten Verständnis dafür zu erwecken, wie außerordentlich dynamisch die englische Sprache ist, als sie eine Passage aus Heaneys Beowulf-Übersetzung, die sie besonders schätzen, in fünf anderen Übersetzungen nachschauen zu lassen. Jede Generation braucht – und verdient – ihre eigene Übersetzung, und glücklich ist, wer die jeweiligen Stärken verschiedener abwägen kann.</p>
<ul>
<li>Siehe auch <a href="../new-formalists/warum-ubersetzen/" rel="nofollow" title="hier"  target="_blank">hier</a>.</li>
<li>Photo von
<div><a href="http://www.flickr.com/photos/coreforce/" rel="nofollow" rel="cc:attributionURL" >http://www.flickr.com/photos/coreforce/</a> / <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" rel="nofollow" rel="license" >CC BY 2.0</a></div>
</li>
</ul>


<p>No related posts.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Jungfrau in Nöten?</title>
		<link>http://www.aufenthalte.info/jungfrau-in-noten/</link>
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		<pubDate>Mon, 31 Aug 2009 14:08:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ann Marie Rasmussen]]></category>
		<category><![CDATA[Mittelalter]]></category>
		<category><![CDATA[Universitäten]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Ann Marie Rasmussen
Die „Jungfrau in Nöten“ – wir kennen sie: sie ist nobel, fromm und schön. Aber sie ist auch verletzlich, passiv und abhängig. Sie ist in einer schwierigen Lage, aus der sie sich selbst nicht befreien kann. Daher kommt sie auch nie allein: Sie kann auf die Hilfe des „Retters in der Not“ [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<p>Von Ann Marie Rasmussen<img src="http://vg08.met.vgwort.de/na/7cf5833c042d48d39f40c8cb3c47a06a" alt=" Jungfrau in Nöten?" width="1" height="1" title="Jungfrau in Nöten?" /></p>
<p>Die „Jungfrau in Nöten“ – wir kennen sie: sie ist nobel, fromm und schön. Aber sie ist auch verletzlich, passiv und abhängig. Sie ist in einer schwierigen Lage, aus der sie sich selbst nicht befreien kann. Daher kommt sie auch nie allein: Sie kann auf die Hilfe des „Retters in der Not“ zählen. Wie sie selbst ist er nobel, fromm und schön – auf eine attraktive, männliche Art und Weise. Aber im Gegensatz zu ihr ist er auch stark, mutig und mächtig. Sie ist nur wichtig als Rettungsobjekt, als Brennpunkt der Stellung und des Wertes des Ritters im patriarchalischen System. Die Jungfrau in Nöten kommt in vielen modernen Texten und Filmen vor, von <em>Die Braut des Prinzen </em>bis zu Monty Pythons <em>Ritter der Kokosnuss </em>(in dieser Satire ist die Jungfrau in Nöten zu einem tuntigen jungen Mann geworden). Solche Bilder zeigen, dass das Mittelalter weiterhin eine zentrale Rolle für unsere kulturelle Identität spielt. Das Erbe der mittelalterlichen Kultur in West-Europa besteht nicht nur in unseren Institutionen fort, sondern prägt auch die moderne Fantasie und populäre Kultur, das sieht man an Spielen wie <em>World of Warcraft</em> genauso wie an den zahlreichen neuen Versionen des Artus-Mythos.</p>
<p>Was sagen uns mittelalterliche Quellen über die Realität, die diesen Bildern zugrunde liegt? Wurden Frauen im Mittelalter tatsächlich von einem patriarchalischen Unterdrückungssystem in Abhängigkeit gehalten? Mit anderen Worten: Waren die Jungfrauen wirklich in Nöten?</p>
<p>Wenn wir diese Frage beantworten wollen, müssen wir einen Blick auf die Fortschritte werfen, die die mediävistische Forschung in den letzten zwanzig Jahren gemacht hat. Was wir dort finden, ist in der Öffentlichkeit bisher nicht wahrgenommen worden, hat aber zur Folge, dass so gut wie alle Erzählungen, Bilder und Annahmen hinsichtlich des Mittelalters, die den verbreiteten Filmen und literarischen Werken zugrunde liegen und die das moderne Bewusstsein prägen, revidiert werden müssen.</p>
<p>Ann Marie Rasmussen nimmt diese Revision in einem mutigen und gescheiten Beitrag vor, der in der Ausgabe Juli 2009 der Zeitschrift MERKUR erschienen ist: &#8220;War die Jungfrau wirklich in Nöten? Neue Forschungen zur Rolle der Frau im Mittelalter&#8221;.</p>
<p>Mehr Infos auf der <a href="http://www.online-merkur.de/seiten/lp200907b.php" rel="nofollow" title="Merkur-Webseite"  target="_blank">Merkur-Webseite</a>.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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