Welch, Mehigan und der Fortschritt
Neue Ausgabe der „Krachkultur“ erschienen Die in Bremen und Leipzig herausgegebene Literaturzeitschrift Krachkultur veröffentlicht in ihrer neuesten Ausgabe ein weltliterarisches Seitenstück von Denton Welch (1915-1948), erstmals auf Deutsch, in der Übersetzung von Christophe Fricker. In der Erzählung „Als ich Kunst studierte“ gibt das große Vorbild von William S. Burroughs einen melancholischen Bericht aus seiner schwierigen Jugendzeit. Daneben präsentiert die „Krachkultur“ mit Joshua Mehigan einen Vertreter jener amerikanischen Dichterschule, die für die Rückkehr des metrisch regulierten Verses eintreten. „Die Dichter, die ich vorstelle, wenden sich gegen den Trend“, hat der Lyriker und Übersetzer Christophe Fricker kürzlich im „ZEIT online“-Interview erklärt. „Sie schreiben eine Lyrik, die Eleganz und Verständlichkeit mit gedanklicher Tiefe und sorgfältiger Beobachtung verbindet. Philosophische Meditationen, zynische Alltagskommentare, verspielte Liebesgedichte und kritische Naturbetrachtungen feiern die Fülle der Welt und der Sprache.“ Neue Lyrik … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Gedicht, New Formalists, News, Prosa
Ein bewegter Jahreswechsel
Vom 15. bis zum 17. Dezember fand eine kleine Lesereise zum Erscheinen von Larkin Terminal statt. In der Tübinger Buchhandlung RosaLux fand im Anschluß eine engagierte Diskussion statt, unter anderem zur Frage, wie Informationstechnologien und neue Medien nicht nur Vorinformationen zu Reisen liefern, sondern durch nachträgliche Recherchemöglichkeiten auch Erinnerungen prägen. Im Heidelberger Antiquariat Stange erkundete eine bunt gemischte und lebendige Zuhörerschaft die Frage, ob man auf Reisen bewußt Aufmerksamkeit steuern kann und gelegentlich auch abschalten darf (das Foto zeigt, von links, die Künstlerin Christiane Schauder, Hilde Domins Biographin Marion Tauschwitz und Antiquariatsbesitzerin Rosemarie Stange). Wiesbadens Buchhändler und Antiquar Thomas Wiederspahn lud zu einem festlichen Abschluß in sein Geschäft gegenüber dem Schwarzen Bock. Viola Bolduan vom Wiesbadener Kurier berichtete. Im Vorfeld der Lesungen erschien im Wiesbadener Tagblatt ein ausführlicher Bericht zum Buch. An … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Gedicht, Larkin Terminal, New Formalists, News, Prosa, Rezension
Hermann-Hesse-Förderpreis
Am 26. November 2009 fand im Bürgersaal des Karlsruher Rathauses die Verleihung des Hermann-Hesse-Preises und des daran angeschlossenen Förderpreises statt. Alain Claude Sulzer wurde für seinen Roman Privatstunden ausgezeichnet, Christophe Fricker für seinen von Timothy J. Senior illustrierten Gedichtband Das schöne Auge des Betrachters. Geleitet wurde die von etwa 200 Gästen besuchte Veranstaltung von Oberbürgermeister Heinz Fenrich und Professor Dr. Hansgeorg Schmidt-Bergmann, dem Leiter der Literarischen Gesellschaft und des Museums für Literatur am Oberrhein. Zahlreiche Printmedien berichteten, darunter BILD und Focus. (Ein kurzer Filmbericht des Südwestrundfunks über die Veranstaltung ist offenbar nicht mehr im Internet verfügbar.) Im Anschluß an die Verleihung fand ein Abendessen in den Räumen des Museums für Literatur am Oberrhein statt. Die folgende Bildergalerie gibt Impressionen des Abends wieder. … Den ganzen Artikel lesen »
North Carolina Poems
(Click here for an English version.) Die Bäume sind zurechtgeschnitten, sodaß sie nicht mit den Oberleitungen in Berührung geraten. Die hölzernen Häuser, viele mit Fahne, jedes mit Garten, stehen in verschlossener Zurückgezogenheit. Aber eigentlich ist es nur eine Wand, die innen und außen trennt, ein bißchen Glas und blinde Konventionen. In einer Serie von Gedichte gehe ich der zarten Differenz zwischen Innen und Außen nach, anhand von Beobachtungen in Durham und anderen Orten in North Carolina, wo ich seit 2006 lebe. Bisher sind vier Gedichte entstanden, die von Timothy J. Senior illustriert wurden. Ruffin Street Ruffin Street ist jene Straße, auf der ich zuerst gewohnt habe. Öffentlicher Raum (soweit man in einem Wohngebiet ohne Bäckerei, ohne Krämerladen oder Zeitungsstand, ohne Lokal und Spielplatz überhaupt davon sprechen kann) und privater Raum sind nur notdürftig … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Gedicht, New Formalists
Cottbus, Potsdam, Halberstadt
Drei Städte im Herbst. Vor Jahren eine Ausstellung mit Bibel-Illustrationen von Chagall in Cottbus. Ich war zu Besuch bei Freunden, hatte den Tag über, als sie arbeiteten, nichts zu tun und probte im Konservatorium Klavierstücke des weithin unterschätzten polnischen Komponisten Karol Szymanowski. Lyrische Intensität, harmonischer Wagemut, das Verglühen einer Epoche, das Verschwinden, das immer noch greifbar ist, spielbar. Aber nicht stundenlang, ich ging also zu Chagall. Besonders beeindruckte mich die Zeichnung eines Engels, nur wenige Striche, und etwas Gelb. Schon sind nicht mehr Striche zu sehen, sondern das Gesicht eines Engels taucht aus der Seite auf und schwebt hier im Osten Deutschlands, an der polnischen Grenze vor mir. Ein Engel. An dem Oktobersonntag wart ihr beschäftigt. Ich sah in einer kleinen Ausstellung Chagalls Engel. Einige gelbe Linien und ein Lächeln. Ich erinnere mich an … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Gedicht
Baltonsborough
Ein kleiner Ort in Somerset mit einer klangvollen Orgel in der Kirche, St Dunstan’s. Nach einem langen Nachmittag, an dem Hilde dort Orgel gespielt hat, habe ich ein Gedicht über den Tag geschrieben, das jetzt auf meiner Seite im Poetenladen erschienen ist. Der direkte Link dazu ist hier. … Den ganzen Artikel lesen »
Veröffentlicht unter: Gedicht



