Tulpen enttäuschen nicht
Erst geht es um Spekulationen, um das in jedem Jahrhundert auftretende Vertrauen in die wunderbare Geldvermehrung. Um den Wahn in der Industrialisierung. „Ein Personenzug | mit zweihunderttausend irischen Eisenbahn- | arbeitern längst in voller Fahrt” – er kommt nie, das Geld geht aus. Es war nie da. Hundertfünfzig Jahre später im Silicon Valley, „lauwarme Schlafsäcke | und ein Pizzastück | mit der runden Bißkante eines Programmierers.” Die erste große Spekulationsblase war die Tulpenmanie im Holland … Den ganzen Artikel lesen »
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Josef Haslinger’s New Novel Jáchymov
Josef Haslinger’s latest novel is a quiet tribute to Bohumil Modrý, a former goalkeeper of the national Czechoslovak ice hockey team and 1947 world champion. Haslinger – author of a bestselling book of fiction about a terrorist attack on the Vienna opera ball – merges personal stories and world (political and sports) history. The eponymous Jáchymov was the site of a uranium mine exploited by forced labourers in the 1950s. Modrý and most of his … Den ganzen Artikel lesen »
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Letters on Love and Death
The correspondence between Helmuth James and Freya von Moltke is unique among exchanges of letters in the 20th century. It celebrates the power of life and love in the face of totalitarian rule and imminent death. The mastermind of one of the largest resistance groups against Hitler, the Kreisauer Kreis, Helmuth James Graf von Moltke was arrested by the Gestapo in January 1944. He was detained on the grounds of his alleged involvement with Carl Friedrich … Den ganzen Artikel lesen »
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Schmerz am Horn
Was wissen Sie eigentlich über Dschibuti? Ein Land an der Peripherie der Weltpolitik … aber wer dachte das nicht auch über jenen westasiatischen Staat Afghanistan, als Bill Clinton ihn in den 90ern bombardieren ließ. In der von der Globalisierung vernetzten Welt und in der vom Glauben durchdrungenen Welt gibt es keine Peripherie. Davon handelt Abdourahman Waberis neuer Roman. Waberi ist Dschibutis bekanntester Schriftsteller. Der 1965 geborene Autor lebte auch schon als DAAD–Stipendiat in Berlin. In seinen … Den ganzen Artikel lesen »
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Der einsame Aufstand
Viel ist heute von der Wut die Rede und von der Erhebung gegen neoliberale Ausbeuter. Ein französisches Pamphlet mit praktischen Tips für den „kommenden Aufstand“ wurde jüngst zum Bestseller. In einem anderen Bestseller zum Thema geht es nicht um den gewaltsamen Kampf gegen ein leicht herausgeschobenes Rentenalter, sondern um Mut und Anstand im Angesicht des nationalsozialistischens Terrors. Hans Falladas „Jeder stirbt für sich allein“ von 1946 erschien letztes Jahr auf Englisch und fand hunderttausende Leser. … Den ganzen Artikel lesen »
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Leuchtende Treue, lähmende Angst
Man könnte ein Inventar der Nostalgie anlegen und die Dinge sammeln, die in Norah Langes fiktionalisierten Kindheitserinnerungen wie eine „Landschaft hinter einem beschlagenen Zugfenster“ auftauchen: weiße Matrosenkleider, weite Röcke kleiner Reiterinnen, eine riesige Krinoline, Orangenblütenkränzel, weißer Tüll. Die Dienstboten im Arbeitszimmer des Vaters, den seine Töchter nie ohne Kragen sahen. Der Kinematograph, die Teetische vor der Leinwand. Fundorte dieser Dinge sind das Landgut in Argentinien, auf dem Norah mit vier Schwestern und dem Bruder inmitten … Den ganzen Artikel lesen »
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Er war jung und brauchte das Geld
Der New Yorker Broker Forrest wird an der Spanischen Treppe in Rom von dem 17jährigen, sizilianisch-stämmigen Marcello erst angezwinkert, dann angesprochen. Forrest nimmt den Jungen mit nach Hause. Seine Ehefrau ist nach langen Streitereien in die USA zurückgekehrt, die Wohnung leer, das Bett bereit. Forrests amerikanischer Freund Robert hatte ihm erklärt, dass wechselnde Beziehungen für römische Jungs so was seien “wie Ice Cream Sodas im Drugstore an der Ecke … Den ganzen Artikel lesen »
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Affen mit Manieren
Im Zweierzimmer des Internats schlafen Julius und Noel ihren Rausch aus und überlegen, ob sie sich einander anvertrauen können. Julius hat zu viele Freunde, Noel hätte gern welche, vor allem Julius. Julius’ Vater ist der amerikanische Botschafter in Kanada, Noels der kanadische Generalkonsul in Sydney. Er will, dass Julius die Dinge aus seiner Perspektive, „vom unteren Bett aus“ betrachtet. Sie sind einander nah, wenn sie morgens in denselben Rasierspiegel gucken. Noel ist einer von denen, … Den ganzen Artikel lesen »
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Deutsche Bäuche
Eckard Kleßmann untersucht den Begriff Goethes von seinen Zeitgenossen – und umgekehrt. Rezension des Buches “Goethe und seine lieben Deutschen” aus Eichborns Anderer Bibliothek. Von Christophe Fricker „Goethe und seine lieben Deutschen“ – da fühlt man sich sofort ertappt, sitzt gerade und erwartet das Urteil des Nationaldichters, der von seiner Nation nicht viel hielt. Er machte sich lustig über ihre ständige Suche nach dem Nützlichen: „Wenn man ihnen eine Blume zeigt, … Den ganzen Artikel lesen »
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Studienabbrecher geht nach Berlin …
Christopher Isherwoods Jugenderinnerungen erstmals auf deutsch Christopher Isherwood stammte aus der englischen Oberschicht, wo man sich in Aphorismen und Adjektiven unterhält; Substanz und Substantive wären aufdringlich. Als Abiturient hatte er, wie seine Klassenkameraden auf der Privatschule in Repton, einen jüngeren Schüler als Leibdiener, als „fag“. „Fags“ heißen aber auch Zigarettenstummel und Schwule. Von allen dreien ist in Isherwoods Jugenderinnerungen die Rede, aber immer so diskret, wie er es gelernt hat, wie er es in Cambridge praktizierte und wie er es bald zu verachten begann. „Löwen und Schatten“ ist die mit entwaffnender Ehrlichkeit, fast beispielloser Eleganz und völlig ohne Bitterkeit geschriebene Geschichte einer Abstandnahme. Immer wieder hebt Isherwood an seinen Freunden und Bekannten ihren Takt hervor, und auch er selbst beweist ihn. Die Konturen sind aber nie verschwommen, denn der Abschied … Den ganzen Artikel lesen »
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