Skip to content

Über mich

Christophe FrickerDr. Christophe Fricker ist Autor, Übersetzer, Wissenschaftler und Unternehmer. Er ist Managing Partner des Wissensdienstleisters NIMIRUM und als Dozent an der University of Bristol (2012 bis 2017 in den Bereichen deutsche Zeit- und Kulturgeschichte und Wirtschaftskultur, seit 2014 im Übersetzungsprogramm) und an der Deutschen Schülerakademie tätig.

Fricker wurde 1978 in Wiesbaden geboren, studierte Politik, Germanistik und Musikwissenschaft in Freiburg, Singapur und Halifax und promovierte über Stefan George am St John’s College, Oxford. Danach arbeitete er als Post-doctoral Lecturing Fellow sowie bis zum Sommer 2010 als Geschäftsführender Direktor des deutschen Sprachprogramms an der Duke University. Im Herbst 2011 war Fricker Craig-Kade Writer-in-Residence in Rutgers sowie im Sommer 2012 Gast des Rektors am Hanse-Wissenschaftskolleg. Von 2012 bis 2017 leitete er dort die Stefan-George-Forschungsgruppe. 2012 bis 2014 führte er an der University of Bristol ein Marie-Curie-Forschungsprojekt zu Ernst Jünger durch.

Mit seinem Unternehmen Nimirum, für das etwa 400 Fach-, Branchen- und Kulturexperten tätig sind, führt er entscheidungsorientierte Forschungs- und Beratungsprojekte in den Bereichen sozialer und ökonomischer Wandel, Mensch/Maschine-Beziehungen und Verbraucher-Biographien durch. Das multidisziplinäre Profil und die internationale Präsenz von Nimirum hat Fricker als Head of Research maßgeblich mit aufgebaut. Zu den Kunden von Nimirum gehören Entscheider in Unternehmen und Agenturen – vor allem in den Bereichen Strategie und Marketing – sowie in Institutionen der öffentlichen Hand. Nimirum-Projekte liefern einen Rundumblick auf Werte, Interessen und Verhaltensweisen, der in kundenindividuelle Empfehlungen mündet. Der Hintergrund: In einer unübersichtlichen Welt sind die Zugänge zum richtigen Wissen schwer zu finden. Spezialwissen existiert in abgeschotteten Silos. Hier droht die Informationsflut, dort klaffen Wissenslücken. Der Austausch vollzieht sich immer öfter in Filterblasen, die einander fremd bleiben. Die Trennung von Information, Meinung und Interpretation ist in Gefahr. Der Wert von Wissen wird aus ideologischen Gründen hier und da rundheraus bestritten. Doch wer handlungsfähig bleiben will, braucht belastbare Informationen. Hier setzt Fricker mit Nimirum an und zeigt durch sorgfältige Analysen Gestaltungsspielräume auf.

Fricker ist daneben als Herausgeber, Autor und Übersetzer tätig: Er edierte Mitschnitte bisher unbekannter Gespräche zwischen dem Jahrhundertautor Jünger und dem nihilistisch-kritischen ZEIT-Interviewer André Müller. Der Band heißt Ernst Jünger — André Müller: Gespräche über Schmerz, Tod und Verzweiflung. Frickers Buch Stefan George: Gedichte für Dich, eine Einführung in das Werk Georges, stand auf Platz 2 auf der NDR/SZ-Sachbuchbestenliste. Fricker veröffentlichte bisher zwei Gedichtbände, zuletzt Meet Your Party und zuvor Das schöne Auge des Betrachters; letzterer wurde mit dem Hermann Hesse Förderpreis 2009 ausgezeichnet. Ein Band mit Reisereportagen, Larkin Terminal — Von fremden Ländern und Menschen, erschien 2009 bei Plöttner in Leipzig. Für seine Reise-Essays erhielt Christophe Fricker einen Merkur-Essaypreis 2007.

Christophe Fricker ist außerdem Herausgeber des Briefwechsels Friedrich Gundolf – Friedrich Wolters (Weimar: Böhlau 2009), Mitherausgeber (mit Bruno Pieger) eines Sonderbandes der Zeitschrift Castrum Peregrini zu Werk und Wirkung Friedrich Hölderlins, Mitherausgeber (mit Jane V. Curran) einer kommentierten und durch fünf Essays flankierten Neuübersetzung von Schillers Essay Über Anmut und Würde sowie Übersetzer (aus dem Englischen) von sechs Sachbüchern.

Fricker war Förderpreisträger im Jungen Literaturforum Hessen-Thüringen (1995), Izaak Walton Killam Pre-doctoral Scholar der Dalhousie University (2002-2003), Lamb & Flag Scholar der University of Oxford (2003-2006), Präsident der Oxford University German Society (2004-2006), Redakteur der Zeitschriften Zeichen & Wunder (1996-2001), Castrum Peregrini (2000-2006) und The German Quarterly (2006-2009) und Translator-in-residence der Jungen Oper Rhein-Main (2004-2005). Für die Zeitschriften PMLA, German Quarterly und Seminar arbeitete er als Peer reviewer. Ehrenamtlich engagiert er sich im Vorstand der Oxford University Society (Bristol and Bath).

Mit dem Künstler Timothy J. Senior hat Christophe Fricker an einer Reihe von Projekten gearbeitet, darunter vor allem der illustrierte Gedichtband Das schöne Auge des Betrachters. Für Judith Wollstädter und die Junge Oper Rhein-Main übersetzte Fricker Gilbert & Sullivans „Schwurgericht“ und Cimarosas „Operndirektor in Nöten“. Bei ersterem Werk handelt es sich um einen Klassiker der englischen unterhaltenden Musik, der in Schulen und von Laientruppen mit Begeisterung aufgeführt wird, aber in Deutschland kaum zur Kenntnis genommen wird. Zu stark ist wohl noch immer die Vorstellung, Ernstes und Unterhaltsames könnten sich nicht mischen. Die Farsa musicale von Cimarosa ist ebenfalls ein schwungvolles Werk, das die Schwierigkeiten bei der Inszenierung einer Oper — auf die Bühne bringt.

DeutschlandRadio_Logo.svg

Auf Christophe Fricker „gilt es künftig zu achten“, sagte Carola Wiemers im Deutschlandradio Kultur. Eine Einladung!

  • Foto von Henrike Lähnemann.

Be First to Comment

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.