
Christophe Fricker wurde 1978 in Wiesbaden geboren, studierte Politik, Germanistik und Musikwissenschaft in Singapore, Freiburg und Halifax und promovierte über Stefan George am St John’s College, Oxford. Er war Förderpreisträger im Jungen Literaturforum Hessen-Thüringen (1995), Killam Scholar und Lamb & Flag Scholar, Präsident der Oxford University German Society, Redakteur der Zeitschriften Zeichen & Wunder (1996-2001), Castrum Peregrini (2000-2006) und German Quarterly (2006-9) und Translator-in-residence der Jungen Oper Rhein-Main (2004-2005). Für die Zeitschriften PMLA, German Quarterly und Seminar hat er als peer reviewer gearbeitet. Er ist derzeit Direktor des deutschen Sprachprogramms der Duke University.
Frickers Gedichtband Das schöne Auge des Betrachters erschien 2008 bei J. Frank in Berlin und wurde mit dem Hermann Hesse Förderpreis 2009 ausgezeichnet. Weitere Informationen dazu auf der News-Seite zum Buch, hier auf aufenthalte.info. Larkin Terminal — Von fremden Ländern und Menschen mit zwölf Reise-Stories erschien im Oktober 2009 bei Plöttner in Leipzig. Für seine Reise-Essays erhielt Christophe Fricker einen Merkur-Essaypreis 2007.
Mit dem Künstler Timothy J. Senior (links) hat Christophe Fricker an einer Reihe von Projekten gearbeitet, darunter vor allem der illustrierte Gedichtband Das schöne Auge des Betrachters. Timothy J. Senior ist ein Research Scholar in Information Science and Information Studies an der Duke University. Er erarbeitet Methoden, wie die langfristige Konsolidierung räumlicher Orientierung künstlerisch dargestellt werden kann und gibt Kurse über die Kreuzungen zwischen Biologie und Kunst bzw. zwischen Vorstellungen vom Gedächtnis in Neurologie und Kulturwissenschaft.
Die Zusammenarbeit zwischen Christophe Fricker und Judith Wollstädter ist seit Jahren fruchtbar und für beide zentral. Judith Wollstädter ist Sängerin und Regisseurin, Juristin und in der Kulturverwaltung tätig. Unter ihrer Regie wurden von der Jungen Oper Rhein-Main Gilbert & Sullivans “Schwurgericht” und Cimarosas “Operndirektor in Nöten” in Christophe Frickers Übersetzung aufgeführt. Bei ersterem Werk handelt es sich um einen Klassiker der englischen unterhaltenden Musik, der in Schulen und von Laientruppen mit Begeisterung aufgeführt wird, aber in Deutschland kaum zur Kenntnis genommen wird. Zu stark ist wohl noch immer die Vorstellung, Ernstes und Unterhaltsames könnten sich nicht mischen. Die Farsa musicale von Cimarosa ist ebenfalls ein schwungvolles Werk, das die Schwierigkeiten bei der Inszenierung einer Oper — auf die Bühne bringt.

Besonders intensiv und anregend ist auch die Zusammenarbeit mit Bruno Pieger und Jane V. Curran. Mit Bruno Pieger erarbeitete Christophe Fricker einen Sonderband der Zeitschrift Castrum Peregrini zu Werk und Wirkung von Friedrich Hölderlin. Jane V. Curran, Professorin für Deutsch an der kanadischen Dalhousie University, und Christophe Fricker gaben, angeregt durch ein Seminar von Dr. Fritz Heuer, eine kommentierte Neuübersetzung von Schillers Essay Über Anmut und Würde heraus.
- Fotos von Marie Isabel Schlinzig (2), Rudolf Wollstädter, Nick Blobel und privat.
