John Donne, neu auf deutsch

John Donne, neu auf deutsch

Timothy Steele sagt, John Donne “goes up to eleven” (siehe Spinal Tap), und Brodsky sagt, die neuere englische Dichtung habe Donne “alles” zu verdanken. Wolfgang Helds neue Auswahlübersetzung macht den metaphysischen Dichter greifbar. Helds Übersetzung entscheidet sich für Reim und Metrum, und das ist auch gut so, auch wenn Donne selbst mit den Metren auf Kriegsfuß stand. Ein ausgeprägtes Bewusstsein von metrischen Tücken und Subtilitäten beweist Held etwa mit einem wohlgesetzten Spondeus auf „vorsichtig“ im Gedicht „Bettzeit“. Den Reim auf „Herz“ umgeht Held souverän, eine schöne Tat ebenso wie „Geist / dreist“ im selben Gedicht. „Testament“ ist am besten gelungen. In diesem rabiaten oder, um es mit Björn Kuhligk zu sagen, ‚rotzigen’ Gedicht schlägt Held zielsicher über die Stränge, und der Donne-Sound kommt richtig ins Rollen.

Meine Rezension auf www.literaturkritik.de.

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Tags: Liebe, Lyrik