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Welch, Mehigan und der Fortschritt
Neue Ausgabe der „Krachkultur“ erschienen
Die in Bremen und Leipzig herausgegebene Literaturzeitschrift Krachkultur veröffentlicht in ihrer neuesten Ausgabe ein weltliterarisches Seitenstück von Denton Welch (1915-1948), erstmals auf Deutsch, in der Übersetzung von Christophe Fricker. In der Erzählung „Als ich Kunst studierte“ gibt das große Vorbild von William S. Burroughs einen melancholischen Bericht aus seiner schwierigen Jugendzeit.
Daneben präsentiert die „Krachkultur“ mit Joshua Mehigan einen Vertreter jener amerikanischen Dichterschule, die für die Rückkehr des metrisch regulierten Verses eintreten. „Die Dichter, die ich vorstelle, wenden sich gegen den Trend“, hat der Lyriker und Übersetzer Christophe Fricker kürzlich im „ZEIT online“-Interview erklärt. „Sie schreiben eine Lyrik, die Eleganz und Verständlichkeit mit gedanklicher Tiefe und sorgfältiger Beobachtung verbindet. Philosophische Meditationen, zynische Alltagskommentare, verspielte Liebesgedichte und kritische Naturbetrachtungen feiern die Fülle der Welt und der Sprache.“
Neue Lyrik aus Deutschland stammt von: Hendrik Rost, Stan Lafleur, Arne Rautenberg, Christophe Fricker (ein stilles Gedicht über den Fortschritt), Gerald Fiebig, Marcus Roloff und Agis Sideras.
In ihrer neuen Ausgabe wird die Krachkultur ihrem Ruf als Lautsprecher der literarischen Szene einmal mehr gerecht. Sie stellt vor allem eine der schillerndsten Figuren der russischen Literatur und der russischen Oppositionsbewegung vor – Edward Limonow.
Seine Rollen und Metamorphosen bilden den Stoff seines umstrittenen Werkes. Als junger Mann emigrierte er in die USA und nach Frankreich – und wütete mit seinem Skandalroman „Fuck off, Amerika“ (1979), der ein internationaler Bestseller wurde, gegen sein Paria-Dasein im Westen. Nach seiner Rückkehr ins liberale Jelzin-Russland kämpfte er in fünf Kriegen gegen den Zerfall des Sowjetreiches und den russischen Raubtierkapitalismus und mutierte zum Führer der radikalen Nationalbolschewistischen Partei und einer deklassierten Jugend. Im kleinbürgerlichen Putin-Russland wurde er wegen Waffenschmuggels und -besitzes zu einer vierjährigen Haftstrafe verurteilt. Inzwischen kämpft er Seite an Seite mit sowjetischen Bürgerrechtlern und Liberalen gegen das Putin-Medwedjew-Regime. „Krachkultur“ Nr. 13/2010 präsentiert einen Querschnitt durch das neuere erzählerische Werk Limonows.
„Zur Wahrheit führen kompliziert viele Wege und einer – zur Krachkultur, der kleinen Underground-Literaturzeitschrift“, schrieb Die Zeit.
Krachkultur Nr. 13 / 2010
Hrsg. v. Martin Brinkmann u. Fabian Reimann
ISSN 0947-0697 / ISBN 978-3-931924-08-9
Etwa 200 Seiten / 10 EUR
Weitergehende Informationen erteilt die „Krachkultur“-Redaktion Bremen (Martin Brinkmann) unter: 0421/3469459. Oder klicken Sie: www.krachkultur.de



