Es begann als ein Selbstversuch: An meinem 20. Geburtstag saß ich mit Judith zusammen am Computer, und wir beschlossen, daß ich auf jedem Kontinent einmal studieren würde. Es kam uns gar nicht abenteuerlich vor, sondern einfach folgerichtig: Das Dogma der Mobilität beherrscht unsere Generation, du mußt flexibel sein, ständig verfügbar, und eigentlich sollst du immer schon woanders sein, oder gewesen sein.
Das führt zu wunderbaren Entdeckungen und Begegnungen: in Phnom Penh am See Wodka trinken; sich in Edmonton die Nase abfrieren; in Windhuk gefragt werden, ob der neue Kanzler auch Demokrat sei. Mobilität macht aber auch Mühe, Arbeit: Fortbewegung ist schon eine Leistung. Dabei gerät die Wirklichkeit irgendwann ins Wanken – was bietet noch Halt, woran erinnerst du dich eigentlich?

Zwischen meinem 20. und meinem 30. Geburtstag habe ich siebenmal interkontinental meinen Wohn-, Studien- und Arbeitsort gewechselt. Das Ergebnis ist: Überall hat man Freunde, man ist aber nie für sie da. Das geht, denn es geht heute fast alles, solange man sich organisieren kann: weiß, wie man ein Visum bekommt, und wo die nächste Bäckerei ist, und Zugang zu facebook.
Ich habe über diese Erfahrungen geschrieben, über das Schöne, das Verstörende und das Indifferente. „Larkin Terminal“ sind Geschichten eines sozialen Schleudertraumas, Stories über Orte und Menschen in Europa, Afrika, Asien und Amerika. Es ist aber auch ein Buch, das Momente des Anhaltens und der Gemeinsamkeit feiert: den Krug Wasser, der an einer Straße in Myanmar von einem zum anderen gereicht wird, den Tee, den die Frau eines englischen Dichters in Ohio serviert, und natürlich Formal Hall.
„Larkin Terminal“ ist der Versuch zu vermeiden, daß als Tagebuch nur die Kreditkarten-Abrechnung bleibt.
Nachrichten zum Buch gibt es hier.
Stories
ca. 140 Seiten | Hardcover
Erscheint im Oktober 2009
ISBN 978-3-938442-63-0
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- Das Lektorat des Buches besorgte Anja Junghänel.
- Foto vom Nachtmarkt in Luang Prabang von Mark Myles Shelford. Autorenfoto von Marie Isabel Schlinzig.


Bin gespannt!
Oliver