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Missbrauch als Thema in Osterpredigten
Die Enthüllungen zum Thema Kindesmißbrauch, die in den letzten Wochen Kirche und Schulen und die Gesellschaft als ganze erschüttert haben, kamen auf unterschiedliche Art und Weise in Preidgten des Triduums, also der drei Festtage Gründonnerstag, Karfreitag und Ostern, zur Sprache. Das bezeugen Medienberichte aus den unterschiedlichsten Teilen der Welt, vor allem natürlich aus dem Vatikan. Der folgende Bericht gibt exemplarisch die Predigten in der Gemeinde Immaculate Conception in Durham, North Carolina wieder. Leserinnen und Leser sind eingeladen, Ihre Gedanken zu Predigten in ihren eigenen Gemeinden als Kommentar zu hinterlassen. Damit könnte dokumentiert werden, wie verschiedene Gemeinden mit den Geschehnissen in kirchlichen Schulen und darüber hinaus umgehen.
Am Gründonnerstag wird des Letzten Abendmahles gedacht, das Jesus mit seinen Jüngern feierte. Jesus etablierte Brot und Wein als bedeutsame Merkzeichen seiner Gegenwart bzw. als seine Gegenwart selbst. Wie bereits zu verschiedenen Gelegenheiten zuvor zeigt er durch den Umgang mit Nahrungsmitteln seine Macht. Er hatte Wasser in Wein verwandelt; er hatte eine fast unüberschaubare Menge von Menschen mit wenigen Broten und Fischen gespeist. Nun weist er seine Jünger durch das einfache Mahl von Brot und Wein darauf hin, daß Gott die Menschen an der Fülle und Reichhaltigkeit seiner Welt teilhaben läßt. Dieser Akt, so hieß es in der Predigt in Immaculate Conception, sei ein Akt der Befreiung aus den Verstrickungen und Verhängnissen einer in sich selbst befangenen Gegenwart, die durch den Verweis auf eingeschliffene Verhaltensweisen und selbstgefällige Institutionen ein eigenverantwortliches Dasein verhindere.
In der Predigt zum Gründonnerstag in Durham wurde das Letzte Abendmahl so gedeutet. Darauf aufbauend wurde der Mißbrauch an Schutzbefohlenen als eine Weigerung dargestellt, die Gaben Gottes dankbar anzunehmen. Wer mit seinen Mitmenschen nicht eine für alle Beteiligten förderliche Gemeinschaft aufbaue, sondern sich blind und befangen in isolierten körperlichen Trieben an anderen berausche, weise damit die Auffassung zurück, daß Gottes befreiende Gnade den Menschen an Geist und Körper ausreichend nährt.
Diese Botschaft wurde in der Predigt zum Karfreitag weiter verfolgt. Aus den Ereignissen, die der Kreuzigung vorausgehen, wurde der Verrat als zentrales Element identifiziert. Wir empfinden eine besondere Abscheu, wenn Menschen aus einer Position der Macht heraus diejenigen, die auf sie vertrauen, verraten, seien es Lehrer, Priester oder Bischöfe. In der Passionsgeschichte ist es Jesus selbst, der für die Verratenen steht. Er sei auf ihrer Seite. Er leide und durchlebe und durchsterbe die schlimmsten vorstellbaren Martern. Er wird von den Menschen verraten. In seiner Kreuzigung selbst, im Opfer seiner Menschlichkeit schon sei aber die Liebe Gottes, die das Unrecht ausgleicht, das Menschen an ihm begangen haben, spürbar.
Die Evangeliums-Lesung zur Osternacht beginnt im Zwielicht, mit dem Zweifel. Was kann man wissen, was darf man glauben? Die Freunde Jesu erfahren, daß der Grabstein beiseite gerollt ist, daß der noch am vorigen Tag scheinbar so tote Körper fehlt. Sie reiben sich die Augen. Zu sehr widerspricht eine solche Nachricht, ein solcher Fund allen Erfahrungen. Die Welt, so stellt es der Prediger in Durhams Immaculate Conception Church dar, ist unserer normalen Wahrnehmung nach nicht auf solche Wunder eingestellt. Wir sind allzu oft von fehlbaren, und nicht nur von fehlbaren, sondern wirklich von sündigenden Menschen umgeben. Was uns rettend begegne, sei nicht von dieser Welt, wie es Jesus in der Konfrontation mit Pilatus gesagt habe. Das Wunder der Auferstehung, so schwer es zu glauben, zu verifizieren sein mag, bewahrt uns aber davor, in Bitterkeit, Zynismus und ziellosem Zweifel zu enden. Es erlaubt es uns, die Augen zu öffnen für Erscheinungen, die durch ihre Güte und unumwundene Klarheit den Verstrickungen der Welt widersprechen.
Auch in der Predigt zur Osternacht wurde damit explizit auf den Mißbrauch eingegangen. Alle drei Messen fanden unter Beteiligung einer vielhundertköpfigen Gemeinde statt, die sich auch von einem gleichzeitig stattfindenden Basketballspiel auf nationaler Ebene (Halbfinale mit Duke) nicht abhalten ließ. Die Auseinandersetzung mit dem Thema Mißbrauch war eingehend und, dadurch daß die Messe in Durham zweisprachig auf Englisch und Spanisch stattfindet, auch allen Teilen der Gemeinde zugänglich. An drei aufeinander folgenden Tagen wurde der Mißbrauch hier als eine fundamentale, gegen den Willen Gottes und das Beispiel Christi verstossende Untat verurteilt.




Ich kann gar nicht glauben, was ich in letzter Zeit alles über den Missbrauch höre und lese. Früher waren die Kirchen und Schulen Institutionen die über alles erhaben waren. Jetzt schaut man langsam dahinter, dass da auch nur Menschen arbeiten. Ich bin tief enttäuscht.
Es ist schade, dass krichliche Institutionen bei Missbrauch von Abhängigen durch ihre Mitarbeiter, dies nicht offensiv verfolgen. Auch bei anderen Institutionen, wie Schulen usw. erfolgt auch keine offensive Verfolgung. Wenn ich beim Aldi eine Tüte Milch klaue und dabei erwischt werde, dann sind gleich 2 Staatsanwälter hinter mir her. Nun ja mal schauen, wie sich unsere Gesellschaft weiter entwickelt.