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Neue Webseite zu Stefan George
Stefan George lädt uns ein: „Komm in den totgesagten park und schau“. Werden wir mitgehen? Kennen wir seine Gedichte, das totgesagte, längst wieder lebendige Land seines Werks? Es ist uns heute nah: George kritisiert den rücksichtslosen Kapitalismus und die Verantwortungslosigkeit vieler (un-)menschlicher Beziehungen, den Aktionismus von Politikern und die Naturzerstörung durch Industriebetriebe.
Können wir George vertrauen? Einem Dichter, dessen Worte so viele verschiedene Bedeutungen haben? Stefan Georges Freunde haben sich auf sein Wort verlassen. Sie haben Traditionen produktiv interpretiert und ihre Umwelt mit wachen Sinnen beobachtet. Und sie gingen ganz unterschiedliche Wege: ein jüdischer Historiker des Heiligen Römischen Reiches, ein Hitler-Attentäter, ein Philosoph mit nationalsozialistischen Anwandlungen, ein sechzehnjährig verstorbener, zarter Dichter und viele andere.
Georges ansprechende, anspruchsvolle Dichtung war ihre gemeinsame Sprache. Kann ihre Vielfalt eine polarisierte Gesellschaft zusammenführen? Auf ihrer Grundlage sind enge, auch körperliche Freundschaften entstanden. Sie legt uns in Zeiten der posenhaften Selbstinszenierung die Innigkeit der Freundschaft ans Herz.
Das Leben, die Wirkung und das Werk von Stefan George beschäftigt in immer stärkerem Maß eine immer breitere Öffentlichkeit. Erinnerung, Forschung und viele Arten vermittelnder Tätigkeit fördern diese Entwicklung. Christophe Fricker, früher Redakteur der Zeitschrift Castrum Peregrini und Herausgeber des Briefwechsels zwischen Georges Freunden Friedrich Gundolf und Friedrich Wolters, hat ein Buch zu George geschrieben, das im Februar 2011 unter dem Titel „Stefan George – Gedichte für Dich“ bei Matthes & Seitz Berlin erscheinen wird.
Dazu gibt es eine neue Webseite, die einige Schlaglichter auf Georges Werk werfen möchte. Sie befindet sich noch im Aufbau, Anregungen und Hinweise sind über das Kontaktformular dort willkommen. Die Adresse ist www.stefan-george.info. Der Anspruch der Seite ist in keiner Weise umfassend, sondern darauf abgestellt, einige Gedichte und Themen aufzugreifen und vielleicht im Lauf der Zeit zu verfolgen.



