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	<title>Aufenthalte &#187; Aufenthalte &#8212; Ernst Jünger Archiv </title>
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	<description>Christophe Fricker über Freundschaft in Zeiten der Mobilität</description>
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		<title>Andererseits: Ernst Jüngers Waldgang</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Oct 2010 12:00:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Ernst Jünger]]></category>
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		<category><![CDATA[USA]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Essay über die Freiheit im neuen transatlantischen Jahrbuch. 


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ernst Jünger vollzieht in seinem Essay <em>Der Waldgang </em>eine Kehrtwende. Er steht zu seinen Analysen aus dem kontroversen Buch <em>Der Arbeiter, </em>aber er schätzt die Welt der Arbeit nun fundamental anders ein. <em>Der Waldgang </em>ist ein Buch der Freiheit des Einzelnen. Es fordert den Leser dazu auf, seine Lebenswelt in Frage zu stellen, und es eröffnet ihm die Fülle des Daseins neu. Kann man diesen Prozeß als Konversion bezeichnen? Christophe Fricker untersucht diese Frage in seinem Beitrag „The Worker’s Conversion“, der jetzt im ersten Band von <em>andererseits, </em>dem neuen <em>Yearbook of Transatlantic German Studies, </em>erschienen ist.</p>
<p>In dem Band geht es außerdem um Ruhrgebietskrimis, Straßen der Kindheit, Schriftsteller-Images –die Themen sind vielfältig, anregend und in mancherlei Hinsicht außergewöhnlich. In 21 Beiträgen werfen Autoren und Autorinnen ganz unterschiedlicher wissenschaftlicher und kultureller Herkunft ihren je eigenen Blick auf ausgewählte literaturwissenschaftliche Themen.</p>
<p>Hervorgegangen ist das Jahrbuch aus der Zusammenarbeit zweier Institute: Seit fünf Jahren besteht eine enge fachliche Kooperation zwischen der Germanistik/Literaturwissenschaft an der Universität Duisburg-Essen und dem Department of Germanic Languages and Literature an der Duke University, Durham NC. Konkrete Formen dieser Zusammenarbeit sind der Austausch von Graduierten und Lehrenden, die gemeinsame Betreuung von Promotionen und Projekten sowie seit 2009 ein gemeinsames Forschungskolloquium, das in Zukunft jährlich stattfinden soll. Die Vorträge dieser ersten Konferenz sowie weitere Beiträge von Teilnehmern, Förderern und Freunden des Programms werden in <em>andererseits</em> vorgestellt.</p>
<p><a href="http://www.aufenthalte.info/wp-content/uploads/2010/10/andererseits-cover-full.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-1431" title="andererseits cover full" src="http://www.aufenthalte.info/wp-content/uploads/2010/10/andererseits-cover-full-217x300.jpg" alt="andererseits cover full 217x300 Andererseits: Ernst Jüngers Waldgang " width="217" height="300" /></a>Themen unter anderem:</p>
<p>Baron von Münchhausen und der gesellschaftlich-technische Fortschritt<br />
Das literarische Zitat bei Wilhelm Raabe<br />
Siegfried Lipiner’s <em>Adam</em><br />
Die ironische Struktur in Georg Lukács’ Essayband <em>Die Seele und die Formen</em><br />
Das Schriftsteller-Image und seine Dekonstruktion<br />
Ungarische Künstler in der Weimarer Republik<br />
T. S. Eliot und Alfred Döblin<br />
Canetti’s Debt to Goethe<br />
Vom Nutzen und Nachteil der Archivarbeit für …: Ein Werkstattbericht<br />
Bibliotheken in der Literatur<br />
Von der Straße der Kindheit in eine Gesellschaft ganz ohne Straßen<br />
Einmal Moskau und zurück: Von der Erfahrung einer Selbstdistanzierung<br />
Das Flugzeug als „anderer Ort“ in der Literatur<br />
Einsamkeitstopoi im Film<br />
Autor(ität) und neue Oralität<br />
Die „Innere Leere“ in Christan Krachts <em>Faserland</em><br />
Erasmus Schöfer und das Ruhrgebiet<br />
Wie das Ruhrgebiet im deutschen Krimi zu sich selbst kam<br />
Der deutsche Literaturbetrieb in der Abenddämmerung des Gutenberg-Zeitalters?<br />
Zum Einfluss von Literatur- und Filmübersetzungen auf die deutsche Gegenwartssprache</p>
<p>William C. Donahue und Jochen Vogt (Hg.)<br />
<em>andererseits: Yearbook of Transatlantic German Studies (Band 1)</em><br />
Paperback ISBN 978-3-940251-82-4 • 29,90 Euro<br />
E-Book ISBN 978-3-940251-83-1 • 26,90 Euro<br />
Duisburg: UVRR 2010. 260 Seiten.</p>
<p>Zu beziehen über Ihre Buchhandlung oder direkt unter: <a href="http://www.uvrr.de/fachrichtungen/germanistik/germanistik-literaturwissenschaft.html" target="_self">www.uvrr.de</a></p>


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		<title>Deutsche Bäuche</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Aug 2010 10:58:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Ernst Jünger]]></category>
		<category><![CDATA[Heimat]]></category>
		<category><![CDATA[stefan george]]></category>

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		<description><![CDATA[Eckard Kleßmann untersucht den Begriff Goethes von seinen Zeitgenossen – und umgekehrt. Rezension des Buches &#8220;Goethe und seine lieben Deutschen&#8221; aus Eichborns Anderer Bibliothek. Von Christophe Fricker „Goethe und seine lieben Deutschen“ – da fühlt man sich sofort ertappt, sitzt gerade und erwartet das Urteil...


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Eckard Kleßmann untersucht den Begriff Goethes von seinen Zeitgenossen – und umgekehrt. Rezension des Buches &#8220;Goethe und seine lieben Deutschen&#8221; aus Eichborns Anderer Bibliothek. </strong></p>
<p><em>Von Christophe Fricker </em></p>
<div>
<p>„Goethe  und seine lieben Deutschen“ – da fühlt man sich sofort ertappt, sitzt  gerade und erwartet das Urteil des Nationaldichters, der von seiner  Nation nicht viel hielt. Er machte sich lustig über ihre ständige Suche  nach dem <a href="http://www.aufenthalte.info/wp-content/uploads/2010/08/Goethe-Klessmann2.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-1401" title="Goethe Klessmann2" src="http://www.aufenthalte.info/wp-content/uploads/2010/08/Goethe-Klessmann2-170x300.jpg" alt="Goethe Klessmann2 170x300 Deutsche Bäuche " width="170" height="300" /></a>Nützlichen: „Wenn man ihnen eine Blume zeigt, so fragen sie  gleich: Riecht sie? kann man Thee davon trinken? dürfen wir es  nachmachen?“ Er spöttelte, weil „sie über allem schwer werden“. Barsch  sagte er, sie „haben keinen Geschmack“. „Bierbäuche und Schmauchlümmel“  nennt er sie.</p>
<p>Aber das sind „die Deutschen“, wie Eckart Kleßmanns  Buch sie im Titel führt, im Rudel-Plural. Im Singular sieht es anders  aus: „Deutschland ist nichts, aber jeder einzelne Deutsche ist viel.“  Goethe schätzte Künstler und Wissenschaftler in Deutschland, die sich um  deutsche Staaterei und Politik nicht kümmerten, er respektierte die  Sprachgemeinschaft der Volkslieder, die Leser Luthers, Klopstocks und  Lessings.</p>
<p>Klingt doch ganz versöhnlich. Kulturmenschen statt Hurra-Nationalisten.  Aber heute stellt sich die Frage: Sind Menschen in Deutschland, die  Französisch, Englisch oder Türkisch sprechen, für Goethe keine  Deutschen? Doch. Sein Interesse gilt weniger der deutschen Sprache als  der Sprache überhaupt. Er ereifert sich nicht für die Reinigung der  Sprache, sondern für ihre Bereicherung. Er streitet für die Vernetzung  der Weltliteratur, für Übersetzer und Reiseschriftsteller. Als „Des  Knaben Wunderhorn“ erscheint, regt er eine Fortsetzung der  Volksliedsammlung mit Texten aus anderen Sprachen an. Als Studenten über  die Einheit Deutschlands diskutieren, wendet er sich Arabien und  Persien zu.</p>
<p><a href="http://www.aufenthalte.info/wp-content/uploads/2009/08/tagesspiegel.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-589" title="tagesspiegel" src="http://www.aufenthalte.info/wp-content/uploads/2009/08/tagesspiegel-300x54.jpg" alt="tagesspiegel 300x54 Deutsche Bäuche " width="210" height="38" /></a>Lesen Sie den Hauptteil der Rezension <a title="hier" href="http://www.tagesspiegel.de/kultur/deutsche-baeuche/1908390.html" target="_self">hier</a>.</p>
</div>


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		<title>Shocking Facts About Me and Computers</title>
		<link>http://www.aufenthalte.info/shocking-facts-computers/</link>
		<comments>http://www.aufenthalte.info/shocking-facts-computers/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 26 Apr 2010 20:15:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leicht und Schwer]]></category>
		<category><![CDATA[Posts in English]]></category>
		<category><![CDATA[demut]]></category>
		<category><![CDATA[Ernst Jünger]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Universitäten]]></category>

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		<description><![CDATA[Recently, I posted a question on my facebook profile: which computer should I buy? Based on all the comments I received, I decided to write down a few observations about me and computers. 


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<li><a href='http://www.aufenthalte.info/ten-questions-about-friendship-and-technology/' rel='bookmark' title='Ten Questions about Friendship and Technology'>Ten Questions about Friendship and Technology</a></li>
</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Recently, I posted a simple question on my facebook profile: which computer should I buy? The question might be naively put, but it is an important one, because it touches on both a considerable expense and a large portion of my daily routine. Within hours, it had become my most commented-on post in the five years that I have been on facebook. It took until post #17 for anyone to ask what I was actually looking for. I decided to use this question as the starting point for my Sunday meditation and have since been able to make the following observations. Feedback is welcome.</p>
<p>1. I do not understand the passion and rage with which people discuss the Windows/Mac issue. But then I also don&#8217;t understand how people can HATE broccoli, or almost kill each other lining up for free T-shirts. I do live in a relationship that was severely tested by the fact that we could not agree who was the greater Lied composer, Schumann or Schubert (right answer: Schubert, but you knew that), so I assume it must be something like that.</p>
<p>2. I have only ever owned two computers in the past. One was a C64 which I got as a Christmas present in 1987. About ten years after that, I was given a laptop that was too big to fit into my Renault Clio. Both lasted for several years. I am immensely indebted to university libraries all over the world for allowing me to use their computers for writing papers, my M.A. and my doctoral dissertation. My social life was also greatly enriched by meeting people at the St John&#8217;s MCR computer room.</p>
<p>3. In spite of the above two statements, I think I&#8217;m actually quite good at getting the stuff done that I need to do on a computer. I use Elluminate, WordPress, I know more about Acrobat Pro than everyone else except maybe Christine&#8217;s toy polar bear that watches me as I use this program. I just don&#8217;t seem to &#8220;see&#8221; my computer. Programmers and engineers wouldn&#8217;t criticise me for it. They call their products &#8220;transparent technology&#8221; and they are proud of them. Christopher Coker, in his book <em><a title="The Future of War" href="http://books.google.com/books?id=udAZfc5V6OwC&amp;printsec=frontcover&amp;dq=christopher+coker+future+war&amp;source=bl&amp;ots=I7vaXZQXaq&amp;sig=5C5FRWwDBReEX2h1hrmaQaOiTfo&amp;hl=en&amp;ei=VTTWS_rOCZTc9ASuhKnLDw&amp;sa=X&amp;oi=book_result&amp;ct=result&amp;resnum=2&amp;ved=0CAsQ6AEwAQ#v=onepage&amp;q&amp;f=false" target="_self">The Future of War</a>,</em> mentions the fact that our society has been profoundly changed by the ubiquity of computers. But he goes on to say: „Our humanity has been redefined for us. To be a genius is to have greater situational awareness. To be knowledgeable is to be better informed. To be better informed is to know of every change in circumstances in the external environment. Wisdom has largely become a matter of information processing. And knowledge is no longer the discovery of facts as in the past but an ongoing process of data evaluation that, as subjective beings, we evaluate with machines.” (p. 35) The two things that strike me about this analysis are: you have to be able to understand information which you evaluate with machines; &#8220;with&#8221; means with the help of, so they are tools that deliver data that you use in your own value-based decision-making processes. Second, Coker seems to suggest an approach to computers that is guided by what political scientists call output legitimacy, i.e., if it works we&#8217;ll take it. Aesthetics, corporate structures, and ethical concerns with regard to the production process seem not to feature in this analysis.</p>
<p>4. I write and even read mostly on my computer. I do not print out pdf files, articles pulled from databases, e-mails, or newspaper articles. Nevertheless, I get or buy a new book almost every day. I use the internet to order books and to read book reviews, to discuss ideas and to share concerns in ways that make people send me books. I love having a library, in which there are a number of glossy prints of pictures of libraries.</p>
<p>5. I am able to switch off, and I like it, but I notice that it is becoming increasingly difficult. If I went to the gym I would say I need something like a cooling down exercise after a long workout when I have finished doing my &#8220;work.&#8221; I browse pointless web sites, spend too much time on <a title="Sporcle" href="http://www.sporcle.com/" target="_self">Sporcle</a>, the Africa pages of various news channels and so on. However, I own a mobile phone that can do exactly two things: make and receive phone calls, and send and receive text messages. I have no desire to receive news updates about earth quakes in Mongolia, Brad Pitt&#8217;s break ups, bmi&#8217;s special fares, and penis enlargements while I am buying striped shirts, making Thai curry, or read my hard copy of The New Yorker. It&#8217;s not news if it cannot wait.</p>
<p>6. I can no longer put off the question what I am actually looking for. I want my computer to be fast, safe, and reliable. I don&#8217;t like blue screens, viruses, or wait times. I appreciate that, compared to me and my friends, the computer is a more specialised entity and much more limited in what it can do (you cannot watch Friends <em>on </em>me, but you can watch Friends <em>with </em>me &#8212; what do you prefer? Better still, you can <em>be </em>friends with<em> </em>me).</p>
<p>7. Have you ever been to the <a title="Schuttersgalerij" href="http://www.amsterdam.info/museums/civic-guards-gallery/" target="_self">Schuttersgalerij</a> in Amsterdam? I bet you all the people depicted on the paintings there would have iPads and uLots (don&#8217;t ask me what they are) and a whole host of useless gadgets.</p>
<p>8. A great passage in Ernst Jünger&#8217;s diaries (although I tend to think of the entirety of his diaries as a great passage &#8212; but where does it lead?) is the one where he asks his travel agent (my older readers will remember those) for overseas boat tickets and then, a few days later, notes in awe that they arrived after a mere three days. But then again that&#8217;s still how long you have to wait for most British railway companies to mail you your tickets.</p>
<p>9. I realize that there is something incredibly silly about these discussions. I am NOT looking forward to meeting people you use the word &#8220;grundsätzlich&#8221; in every other sentence when I&#8217;m back in Germany.</p>
<p>10. What do you think?</p>
<ul>
<li>Photo credit: <a rel="cc:attributionURL" href="http://www.flickr.com/photos/franciscodaum/">http://www.flickr.com/photos/franciscodaum/</a> / <a rel="license" href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC BY 2.0</a></li>
</ul>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Jünger und Foster Wallace lieben Hummer</title>
		<link>http://www.aufenthalte.info/junger-und-foster-wallace-lieben-hummer/</link>
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		<pubDate>Tue, 16 Mar 2010 23:07:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[David Foster Wallace]]></category>
		<category><![CDATA[Ernst Jünger]]></category>
		<category><![CDATA[Schmerz]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>

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		<description><![CDATA[Gesotten oder gesonnen? Unkulinarische Beobachtungen zu Hummer und Schmerz bei David Foster Wallace und Ernst Jünger „Denken Sie an den Hummer“ war der Artikel überschrieben, den der amerikanische Autor David Foster Wallace im August-Heft 2004 der Feinschmecker-Zeitschrift Gourmet veröffentlichte. Wallace war durch zwei düster-ironische Romane...


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3><strong>Gesotten oder gesonnen? </strong></h3>
<h4><em>Unkulinarische Beobachtungen zu Hummer und Schmerz bei David Foster Wallace und Ernst Jünger </em></h4>
<p>„Denken Sie an den Hummer“ war der Artikel überschrieben, den der amerikanische Autor David Foster Wallace im August-Heft 2004 der Feinschmecker-Zeitschrift <em>Gourmet </em>veröffentlichte. Wallace war durch zwei düster-ironische Romane über die Perspektivlosigkeit des Lebens im heutigen Amerika und durch eine Reihe von experimentierfreudigen Kurzgeschichten bekannt geworden. Zugleich schrieb er eine erstaunliche Anzahl von Reportagen für die führenden Zeitschriften der USA – über so verschiedene Dinge wie Tennis, John McCain und die Porno-Industrie. <em>Gourmet </em>verabredete mit ihm, daß er einen Beitrag über das Hummer-Festival im nordöstlichen Bundesstaat Maine schreiben solle. Wallace tat es in der ihm eigenen Art.</p>
<p>Er verbrachte mit seiner Freundin und seinen Eltern mehrere Tage dort und sammelte Eindrücke, machte Notizen. Der Beitrag, den er ablieferte, war anders als alles, was <em>Gourmet </em>normalerweise brachte – lang; voller griechisch-stämmiger Fremdworte; ausgestattet mit Fußnoten und Fußnoten zu Fußnoten. Die Provokation wäre nicht größer gewesen, wenn er ein Hummer-Rezept an eine Zeitschrift für postmoderne Theorie geschickt hätte.</p>
<p>Vor allem bestand sein Beitrag zum überwiegenden Teil aus Reflexionen zur Schmerzempfindlichkeit des Hummers. Wallace begnügte sich nicht damit, wie etwa der populäre Reiseautor Bill Bryson, die Tumbheit und den verschrobenen Lokalpatriotismus der amerikanischen Provinz aufzuspießen (obwohl er auch das tat, mit einer Reihe rabiater Adjektive). Er griff frontal eine Haltung an, die alle Fragen nach dem Leiden einer Kreatur entweder ignoriert oder durch vorschnelle, pseudo-wissenschaftliche Antworten zu den Akten legt. Denn Hummer werden natürlich in den allermeisten Fällen lebend zubereitet – Wallace weist darauf hin, daß der Hummer genau deshalb dem Frische-Bedürfnis vieler Konsumenten entgegenkommt. Der Autor überprüft ethische und neurologische Argumente und kontrastiert deren vermeintlich abgehobene Abstraktion wieder und wieder mit dem so augenscheinlichen Leiden eines Tieres, das gegen den Deckel des Kochtopfs schlägt und sich aus dem kochenden Wasser zu hieven versucht. Darüber gerät ihm das Spektakel eines (großen) Volksfests zum gruseligen mittelalterlichen Folterspiel, und er spekuliert, daß spätere Zeiten womöglich voller Ekel darauf zurückschauen werden.</p>
<p>Fast genau achtzehn Jahre vor diesem ungewöhnlichen Plädoyer für den Tierschutz hatte Ernst Jünger, der durch seine Tagebücher aus dem Ersten Weltkrieg und seine Schriften über die Abhärtung des modernen Menschen gegenüber dem Schmerz, durch den Begriff der „Totalen Mobilmachung“ und seine Agitation für einen revolutionären Umsturz in der Weimarer Republik bekannt geworden war, einen Hummer zubereitet. Im dritten Band seines Tagebuches <em>Siebzig verweht </em>notiert er am 2. September 1985, mithin im Alter von neunzig Jahren: „Auch der Hummer ist zu würdigen. Er bleckte seine gezähnten Scheren und sah mich bösartig an. Seine Augen glänzten wie Jettperlen.“ Jünger ergänzt: „Dabei habe ich ihn human behandelt – gleich getötet, und nicht ins kochende Wasser geworfen oder langsam gesotten, wie es die Feinschmecker tun.“ Die Formulierung, mit der Jünger seinen Tagebuch-Eintrag eröffnet und die derjenigen von Wallace so erstaunlich ähnlich ist, zeigt, wie weit er sich von seiner eigenen Vergangenheit entfernt hat.</p>
<p><a href="http://www.aufenthalte.info/wp-content/uploads/2010/03/Anarch-Cover.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-1139" title="Anarch Cover" src="http://www.aufenthalte.info/wp-content/uploads/2010/03/Anarch-Cover-215x300.jpg" alt="Anarch Cover 215x300 Jünger und Foster Wallace lieben Hummer " width="172" height="240" /></a>Diese Gedanken finden sich ausgeführt in der erweiterten Neuauflage des Buches <em>Anarch im Widerspruch, </em>hg. von Tobias Wimbauer, Hagen: Eisenhut, 2010. Das Buch ist in jeder Buchhandlung erhätlich oder bestellbar, und auch bei <a title="Amazon" href="http://www.amazon.de/Anarch-Widerspruch-Beitr%C3%A4ge-Br%C3%BCder-Friedrich/dp/3942090031/ref=sr_1_2?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1268780327&amp;sr=1-2" target="_self">Amazon</a>.</p>
<h4>Rezension von Buch und Beitrag</h4>
<p>Eine neue Rezension des <a title="IFB" href="http://ifb.bsz-bw.de/ifb2/bsz321551567rez-1.pdf;jsessionid=9F6FE20BE1F48EA8BFAD8BF2C69FA557?id=3202" target="_self">IFB</a> zu Christophe Frickers Essay über den Hummer bei Ernst Jünger: Der Beitrag &#8220;führt mit leichter Feder zu einer Kardinalfrage des Werkes von Jünger hin, nämlich zum Problem des Schmerzes. Diese wird hier erörtert im vergleichenden Zugriff auf Jüngers berühmten Essay, der mit einem Zitat aus einem Kochbuch über den Tod der Krebse im kochenden Wasser einsetzte, und einem neueren Essay des amerikanischen Schriftstellers David Foster Wallace, der sich mit dem Schicksal der Hummer in der Eßkultur auseinandersetzte und selbst an der Welt zerbrach (siehe seine Selbsttötung 2008).&#8221;</p>
<p>Mehr Infos gibt es <a title="hier" href="http://www.aufenthalte.info/junger-und-foster-wallace-lieben-hummer/" target="_self">hier</a>.</p>
<ul>
<li>Hummer-Foto von Shelley Ginger
<div><a rel="cc:attributionURL" href="http://www.flickr.com/photos/39242181@N00/">http://www.flickr.com/photos/39242181@N00/</a> / <a rel="license" href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC BY 2.0</a></div>
</li>
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