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	<title>Aufenthalte &#187; Aufenthalte &#8212; Gedicht Archiv </title>
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	<description>Christophe Fricker über Freundschaft in Zeiten der Mobilität</description>
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		<title>Was heißt beim Schreiben eigentlich &#8220;Handwerk&#8221;?</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Aug 2011 11:55:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Stefan George]]></category>
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		<description><![CDATA[Es gibt zwei Berufe, die man in Deutschland nicht lernen darf. Wer sie lernt, wird schief angesehen. Ich spreche nicht von der Prostitution, allerdings nur deshalb nicht, weil ich mir nicht ganz sicher bin, ob man sie als Beruf bezeichnen sollte. Die beiden Berufe, die...


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt zwei Berufe, die man in Deutschland nicht lernen  darf. Wer sie lernt, wird schief angesehen. Ich spreche nicht von der  Prostitution, allerdings nur deshalb nicht, weil ich mir nicht ganz  sicher bin, ob man sie als Beruf bezeichnen sollte. Die beiden Berufe,  die ich meine, sind Politiker und Schriftsteller. „Berufspolitiker“ ist  ein Schimpfwort. Es suggeriert, daß dem Betreffenden die  Lebens­erfahrung fehlt, die er sich in einem anderen Beruf erworben  hätte. Der Politiker soll „einer von uns“ sein, soll einmal gekellnert  oder im Taxi am Steuer gesessen haben, auch wenn seine spätere Tätigkeit  mit Kellern oder Taxifahren wenig zu tun hat. Das ist die eine Seite  der Ablehnung des Berufspolitikers. Die andere ist die Sehnsucht nach  dem genialen Staatsmann mit all seiner Freiheit und seinem unbändigen  Mut. Man will nicht den durch die Ränge aufge­stiegenen Fachmann mit  Mandat, der sich in Gremien und immer größeren Parla­menten nach und  nach die Sporen verdient hat. Denn für die Feinarbeit gibt es ja Beamte.</p>
<p>Ein Berufspolitiker ist aber genau das: ein Fachmann fürs Politische. Er  versteht sein Handwerk. Gut in Erin­nerung sind noch Wolfgang Schäubles  teils schaden­frohe, teils sorgenvolle Reden aus den Monaten nach der  Regie­rungs­über­nahme durch Gerhard Schröder und Joschka Fischer. Bei  Gesetzes­vor­lagen fehlten Seiten, bei Abstim­mungen erschienen die  Vertreter der Regie­rungs­parteien nicht in aus­reichender Zahl, und  immer wieder mußten im Interesse der Ver­fassungs­mäßigkeit Entwürfe  nachge­bessert werden. „Sie <em>können </em>es einfach nicht“, rief  Schäuble ein ums andere Mal in volle Säle. Aber dann lernten Schröder  und Fischer es auch. Denn Regieren läßt sich lernen. Daß nur Beamte  etwas lernen sollen, damit sie die Genialität von Politikern richtig  kanalisieren, ist nicht nur wenig effizient, sondern auf Dauer  brandgefährlich.</p>
<p>Der andere Beruf, den man um Gottes willen nicht lernen darf, ist der  des Schrift­stellers, der im Extremfall „Dichter“ genannt wird.<a title="Link zur Fussnote" name="t-dichter" href="http://poetenladen.de/christophe-fricker-handwerk.htm#f-dichter"></a> Er sollte sich unge­bunden seiner Inspiration hingeben und sich bloß  nichts vorschreiben lassen. Neu soll das sein, was er schreibt, frisch  und rebellisch.</p>
<p>Diese Einstellung ist teils noch verbreitet, aber hier deutet sich eine  Verschiebung an. Zugegeben: Die Idee vom ungebun­denen und stets alles  erneuernden Autor hat eine gewisse Über­zeugungs­kraft. Das Gedicht als  „Augenblick der Freiheit“ haben Autoren von Ernst Jünger bis Hilde  Domin, von Walt Whitman bis Joseph Brodsky wortgewaltig als  uneinholbaren Anspruch in unsere Mitte gestellt. Ihre oft schwierige,  oft aber auch ganz einfache Sprache stellt Gewißheiten in Frage und  erlaubt uns einen neuen Blick auf das Vertraute, durch den dieses  Vertraute im Idealfall für uns wieder lebendig wird.</p>
<p>Genau diese Erfahrung des Neuen im Vertrauten straft aber die Ideologie  von der Unerlernbarkeit des Dichtens Lüge. Wer im Augenblick der  Freiheit seine Mitwelt schreibend oder lesend neu erfährt, kann das nur,  weil die angeblich so geniale Literatur zwei Eigenschaften hat, die  sich sehr wohl lernen lassen und die eng zusammen­hängen. Es sind  Weltbezug und Ver­ständ­lich­keit. Literatur wird uns unser Leben und  das Leben anderer in neuem Licht zeigen, wenn sie sich auf die Welt  bezieht und wenn sie verständlich ist. Diese Begriffe bedürfen der  Erläuterung. Auf ihnen aufbauend möchte ich dann Grundelemente einer  Theorie des lite­rarischen Handwerks vorschlagen.</p>
<h3>Wie das aussieht, habe ich in einem Beitrag für &#8220;L. Der Literaturbote&#8221; ausgeführt, der jetzt auch <a href="http://poetenladen.de/christophe-fricker-handwerk.htm" target="_self">online beim Poetenladen</a> einzusehen ist. Ausführlicher behandele ich die Frage nach Lyrik und Handwerk in meinem Buch <a href="http://www.stefan-george.info/" target="_self"><em>Stefan George: Gedichte für Dich</em></a>.</h3>
<p>Photo by <a href="http://www.flickr.com/photos/zenubud/" target="_self">Zenubud</a> (Creative Commons)</p>


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		<title>Elmo&#8217;s in Durham &#8212; Gedicht über den besten Diner der Welt</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Feb 2011 14:15:38 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Gedicht]]></category>
		<category><![CDATA[Diner]]></category>
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		<category><![CDATA[Elmo's]]></category>
		<category><![CDATA[Sibylla Hausmann]]></category>

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		<description><![CDATA[Auch ein Diner muß bedichtet werden, zumal wenn man fast jeden zweiten Abend dort verbracht hat. Das ständig wechselnde Menü, das vor allem biologisch angebaute Produkte aus der Region enthält, der Blick auf die vielfach umgebaute Stadtlandschaft und den wolkenverhangenen Himmel und nicht zuletzt die...


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.aufenthalte.info/wp-content/uploads/2011/02/Elmos.jpg"><img class="alignright" title="Elmo's" src="http://www.aufenthalte.info/wp-content/uploads/2011/02/Elmos.jpg" alt="Elmos Elmos in Durham    Gedicht über den besten Diner der Welt " width="278" height="192" /></a>Auch ein Diner muß bedichtet werden, zumal wenn man fast jeden zweiten Abend dort verbracht hat. Das ständig wechselnde Menü, das vor allem biologisch angebaute Produkte aus der Region enthält, der Blick auf die vielfach umgebaute Stadtlandschaft und den wolkenverhangenen Himmel und nicht zuletzt die bedienenden Aushilfskräfte mit ständig wechselnden Gender-Identitäten sind definitiv poetable.</p>
<p><strong>Das Gedicht &#8220;Mistwetter und Elmo&#8217;s in Durham&#8221; von Christophe ist jetzt auf Sibylla Hausmanns Blog <a href="http://liebeella.blogspot.com/2011/02/mistwetter-und-elmos-in-durham.html" target="_self">Liebe Ella</a> zum ersten Mal erschienen. Guten Appetit! </strong></p>


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		<title>Die Boten des Todes</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Mar 2010 19:59:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Neue Versionen von Grimms Märchen Im Rahmen des deutsch-israelischen Austauschprojektes »Alltag« ist eine weitere literarische Perle im Verlagshaus J. Frank &#124; Berlin entstanden: die Lyriksammlung »Märchenland«. Die beteiligten Autoren setzten sich mit den Märchen der Gebrüder Grimm auseinander, brachten ihre prosaische Form auf eine lyrische...


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Neue Versionen von Grimms Märchen</h3>
<p>Im Rahmen des deutsch-israelischen Austauschprojektes »Alltag« ist eine weitere literarische Perle im Verlagshaus J. Frank | Berlin entstanden: die Lyriksammlung »Märchenland«.</p>
<p><a href="http://www.aufenthalte.info/wp-content/uploads/2010/03/QH_17-Teaser_01.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-1119" title="QH_17-Teaser_01" src="http://www.aufenthalte.info/wp-content/uploads/2010/03/QH_17-Teaser_01-150x150.jpg" alt="QH 17 Teaser 01 150x150 Die Boten des Todes " width="150" height="150" /></a>Die beteiligten Autoren setzten sich mit den Märchen der Gebrüder Grimm auseinander, brachten ihre prosaische Form auf eine lyrische Ebene und begaben sich in die mitunter ambivalenten Bereiche des kulturellen Gedächtnisses in Deutschland und Israel. In beiden Kulturen spielen Märchen eine bedeutende Rolle.</p>
<p>Die Gedichte der deutschen und israelischen Autoren werden von den Illustrationen junger israelischer Künstler der Bezalel Academy of Arts and Design in Jerusalem ergänzt. Auch den Illustratoren unter der künstlerischen Leitung von Felix Scheinberger dienten die Originalmärchen als Inspirationsquelle; die Ergebnisse stehen gleichberechtigt neben den Gedichten.</p>
<p>In Wort und Bild werden die Märchen ihrer Vergangenheit entrissen und inhaltlich wie formal in die Gegenwart überführt. Die Anthologie zeigt nicht zuletzt, dass den Themen der Märchen Urbilder zugrunde liegen, die – ganz ohne überbordende Interpretationsversuche – auch den heutigen Alltag in Israel und Deutschland zu spiegeln imstande sind; dies zeigt sich an den  über zwanzig farbigen Illustrationen ebenso wie an den Gedichten.</p>
<p>Christophe Fricker schreibt Grimms allegorisches Märchen &#8220;Die Boten des Todes&#8221; neu: Ein Bodybuilder, der den Tod kurz und klein schlägt, und ein verträumter Berliner, der ihm mit einem Bier vom Rewe wieder auf die Beine hilft, sind die Hauptpersonen. Da es sich um ein episches Thema handelt, wird das Ganze im Blankvers gestaltet.</p>
<p><strong>Weitere beteiligte Autoren:</strong><br />
Dominic Angeloch, Nora Bosson, Tom Bresemann, Jan Decker, Alexander Græff, Stefan Heuer, Lilly Jäckl, Einav Katan, Janine Lancker, Swantje Lichtenstein, Johanna Melzow, Tal Nitzan, Marion Poschmann, Ulrike Almut Sandig, Yaara Shehori, Mati Shemoelof, Lutz Steinbrück, Thien Tran, Asmus Trautsch und Philipp Weber.</p>
<p><a href="http://www.aufenthalte.info/wp-content/uploads/2010/03/JüdischeAllgemeine.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1228" title="JüdischeAllgemeine" src="http://www.aufenthalte.info/wp-content/uploads/2010/03/JüdischeAllgemeine.jpg" alt="JüdischeAllgemeine Die Boten des Todes " width="340" height="37" /></a>Das Buch wurde am 29. April 2010 in der Jüdschen Allgemeinen <a title="besprochen" href="http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/7300" target="_blank">besprochen</a>.</p>
<p><a href="http://www.belletristik-berlin.eu/index.php?id=14"><img class="size-medium wp-image-766 alignright" title="Schreibmaschine" src="http://www.aufenthalte.info/wp-content/uploads/2010/03/Schreibmaschine.jpg" alt="Schreibmaschine Die Boten des Todes " width="95" height="92" /></a><strong></strong></p>
<p><strong>Märchenland</strong><br />
<strong>Einfach beim Verlag bestellen &#8212; klicken Sie auf das Logo:</strong></p>
<p>Quartheft 17 der Bibliothek Belletristik<br />
100 Seiten | Hardcover<br />
ISBN: 978-3-940249-12-8<br />
Preis: 26,90 €</p>


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		<title>Welch, Mehigan und der Fortschritt</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Feb 2010 16:49:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[USA]]></category>

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		<description><![CDATA[Neue Ausgabe der „Krachkultur“ erschienen Die in Bremen und Leipzig herausgegebene Literaturzeitschrift Krachkultur veröffentlicht in ihrer neuesten Ausgabe ein weltliterarisches Seitenstück von Denton Welch (1915-1948), erstmals auf Deutsch, in der Übersetzung von Christophe Fricker. In der Erzählung „Als ich Kunst studierte“ gibt das große Vorbild...


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Neue Ausgabe der „Krachkultur“ erschienen</strong></p>
<p>Die in Bremen und Leipzig herausgegebene Literaturzeitschrift <em>Krachkultur </em>veröffentlicht in ihrer neuesten Ausgabe ein weltliterarisches Seitenstück von <strong>Denton Welch (1915-1948)</strong>, erstmals auf Deutsch, in der Übersetzung von Christophe Fricker. In der Erzählung „Als ich Kunst studierte“ gibt das große Vorbild von <strong>William S. Burroughs</strong> einen melancholischen Bericht aus seiner schwierigen Jugendzeit.</p>
<p>Daneben präsentiert die „Krachkultur“ mit <strong>Joshua Mehigan</strong> einen Vertreter jener amerikanischen Dichterschule, die für die Rückkehr des metrisch regulierten Verses eintreten. „Die Dichter, die ich vorstelle, wenden sich gegen den Trend“, hat der Lyriker und Übersetzer <strong>Christophe Fricker</strong> kürzlich im „ZEIT online“-Interview erklärt. „Sie schreiben eine Lyrik, die Eleganz und Verständlichkeit mit gedanklicher Tiefe und sorgfältiger Beobachtung verbindet. Philosophische Meditationen, zynische Alltagskommentare, verspielte Liebesgedichte und kritische Naturbetrachtungen feiern die Fülle der Welt und der Sprache.“</p>
<p>Neue Lyrik aus Deutschland stammt von: Hendrik Rost, Stan Lafleur, Arne Rautenberg, Christophe Fricker (ein stilles Gedicht über den Fortschritt), Gerald Fiebig, Marcus Roloff und Agis Sideras.</p>
<p>In ihrer neuen Ausgabe wird die <em>Krachkultur </em>ihrem Ruf als Lautsprecher der literarischen Szene einmal mehr gerecht. Sie stellt vor allem eine der schillerndsten Figuren der russischen Literatur und der russischen Oppositionsbewegung vor – <strong>Edward Limonow</strong>.</p>
<p>Seine Rollen und Metamorphosen bilden den Stoff seines umstrittenen Werkes. Als junger Mann emigrierte er in die USA und nach Frankreich – und wütete mit seinem Skandalroman <strong>„Fuck off, Amerika“</strong> (1979), der ein internationaler Bestseller wurde, gegen sein Paria-Dasein im Westen. Nach seiner Rückkehr ins liberale Jelzin-Russland kämpfte er in fünf Kriegen gegen den Zerfall des Sowjetreiches und den russischen Raubtierkapitalismus und mutierte zum Führer der radikalen Nationalbolschewistischen Partei und einer deklassierten Jugend. Im kleinbürgerlichen Putin-Russland wurde er wegen Waffenschmuggels und -besitzes zu einer vierjährigen Haftstrafe verurteilt. Inzwischen kämpft er Seite an Seite mit sowjetischen Bürgerrechtlern und Liberalen gegen das Putin-Medwedjew-Regime. „Krachkultur“ Nr. 13/2010 präsentiert einen Querschnitt durch das neuere erzählerische Werk Limonows.</p>
<p>„Zur Wahrheit führen kompliziert viele Wege und einer – zur <em>Krachkultur</em>, der kleinen Underground-Literaturzeitschrift“, schrieb <em>Die Zeit. </em></p>
<p>Krachkultur Nr. 13 / 2010</p>
<p>Hrsg. v. Martin Brinkmann u. Fabian Reimann</p>
<p>ISSN 0947-0697 / ISBN 978-3-931924-08-9</p>
<p>Etwa 200 Seiten / 10 EUR</p>
<p>Weitergehende Informationen erteilt die „Krachkultur“-Redaktion Bremen (Martin Brinkmann) unter: 0421/3469459. Oder klicken Sie: www.krachkultur.de</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Warum übersetzen?</title>
		<link>http://www.aufenthalte.info/warum-uebersetzen/</link>
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		<pubDate>Tue, 29 Sep 2009 22:31:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ann Marie Rasmussen]]></category>
		<category><![CDATA[Beowulf]]></category>
		<category><![CDATA[Gedicht]]></category>
		<category><![CDATA[Heaney]]></category>
		<category><![CDATA[Metapher]]></category>
		<category><![CDATA[Mittelalter]]></category>
		<category><![CDATA[Schiff]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzung]]></category>

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		<description><![CDATA[Bei Seamus Heaney steht das Schiff für das Kunstwerk. Schiffe werden gesegelt. Was aber kann ein literarisches Werk durch die Zeit vorwärts bewegen? Die Antwort ist: die konzentrierte, zielbewußte, intensive Arbeit, das Wollen einer Übersetzung.


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Zeitschrift <em>German Quarterly</em> fragte ihre Leser, vor allem amerikanische Germanisten, warum Studenten und Wissenschaftler überhaupt Texte übersetzen sollen und warum man Übersetzungen in den Sprachunterricht einbauen soll. Die Antwort von Ann Marie Rasmussen auf dieser Seite, die Antwort von Christophe Fricker <a title="hier" href="http://www.aufenthalte.info/new-formalists/warum-ubersetzen/" target="_blank">hier</a>:</p>
<p>And now this is ‘an inheritance’ –<br />
Upright, rudimentary, unshiftably planked<br />
In the long ago, yet willable forward</p>
<p>Again and again and again.</p>
<p>Mit diesem zweistrophige Gedicht beginnt Seamus Heaneys meisterhafte Übersetzung des altenglischen Beowulf. Der text wurde etwa im Jahr 900 geschrieben. Im Prozeß der Übersetzung treffen und unterhalten sich zwei große Geister, zwei Meister der Wortkunst – in Ihrer Gegenwart! Ihr Gespräch versammelt den langen Zeitraum von tausend Jahren in einen vergänglichen, aber wiederholbaren Moment der „beständigen Gegenwart“ (Heaney).</p>
<p>Vielleicht die schwerste der Übersetzung auferlegte Bürde ist, daß sie in ihr Zentrum nichts als das Werk selbst stellen kann. Das ist, denke ich, die Vorbedingung jeder Übersetzung, und diese Vorbedingung steht im Gegensatz zu dem Trend, das ‚Kunstwerk‘ aus dem Brennpunkt wissenschaftlicher und überhaupt konzentrierter Beschäftigung zu entfernen. Um bei Heaneys Metapher zu bleiben: Mittelalterliche Dichtung, Epik und Romanzen begegnen uns in vorgeformter Gestalt. Darauf spielt Heaney in seinem Gedicht mit dem historisch präzise situierbaren Bild eines Wikingerschiffs an. Die Metaphor läßt anklingen, daß ein literarisches Werk ein aus sprachlichem Material konstruiertes Objekt ist, das ein bestimmtes Gewicht hat. Wenn das Material, die Sprache, in der und für die es gebaut wurde, nicht mehr lebendig ist, stellt sich die Frage: verschwindet die Literatur ebenfalls in die Ferne und, bestenfalls, die Schattenexistenz als Gedankenspielplatz für Stubengelehrte?</p>
<p>In Heaneys Metapher steht das Schiff für das Kunstwerk. Schiffe werden gesegelt. Was aber kann ein literarisches Werk durch die Zeit vorwärts bewegen? Die Antwort ist: die konzentrierte, zielbewußte, intensive Arbeit, das Wollen einer Übersetzung. Jede Übersetzung, auch die befriedigendste und erfolgreichste, opfert einige Aspekte der Komplexität eines Originals, um andere Aspekte einzufangen. Weil Sprache und Kultur sich ständig weiterentwickeln, muß diese Balance immer neu erarbeitet werden. Die Arbeit des Übersetzens ist nie abgeschlossen. „Wieder und wieder und wieder“, schreibt Heaney. Tatsächlich. Es gibt dutzende Übersetzungen des Beowulf, und in der Zukunft werden wieder neue nötig sein. Die Teilung dieses Gedichts in zwei Strophen formalisiert die Trennung zwischen Original und Übersetzung. Ich kenne keinen besseren Weg, in monolingualen amerikanischen Studenten Verständnis dafür zu erwecken, wie außerordentlich dynamisch die englische Sprache ist, als sie eine Passage aus Heaneys Beowulf-Übersetzung, die sie besonders schätzen, in fünf anderen Übersetzungen nachschauen zu lassen. Jede Generation braucht – und verdient – ihre eigene Übersetzung, und glücklich ist, wer die jeweiligen Stärken verschiedener abwägen kann.</p>
<ul>
<li>Siehe auch <a title="hier" href="../new-formalists/warum-ubersetzen/" target="_blank">hier</a>.</li>
<li>Photo von
<div><a rel="cc:attributionURL" href="http://www.flickr.com/photos/coreforce/">http://www.flickr.com/photos/coreforce/</a> / <a rel="license" href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC BY 2.0</a></div>
</li>
</ul>


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