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	<title>Aufenthalte&#187; Aufenthalte &#8212; Istanbul Archiv</title>
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	<description>Christophe Fricker über Freundschaft in Zeiten der Mobilität</description>
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		<title>Auswärtsspiele und Prinzeninseln</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Jan 2010 22:04:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Fotos]]></category>
		<category><![CDATA[Istanbul]]></category>

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		<description><![CDATA[Zwei Rezensionen zu aktuellen Büchern, die Reisen von Autoren ins sogenannte Ausland bezeugen: Isolde Ohlbaums Auswärtsspiele und Joachim Sartorius' Prinzeninseln.


No related posts.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg06.met.vgwort.de/na/13770d5020a84bada81f52c0360e6431" alt=" Auswärtsspiele und Prinzeninseln " width="1" height="1" title="Auswärtsspiele und Prinzeninseln " /><br />
Zwei Rezensionen zu aktuellen Büchern, die Reisen von Autoren ins sogenannte Ausland bezeugen: Isolde Ohlbaums Fotoband <em>Auswärtsspiele</em> und Joachim Sartorius&#8217; <em>Prinzeninseln</em>.</p>
<p><a href="http://www.aufenthalte.info/wp-content/uploads/2010/01/Ohlbaum.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-1014" title="Ohlbaum" src="http://www.aufenthalte.info/wp-content/uploads/2010/01/Ohlbaum-223x300.jpg" alt="Ohlbaum 223x300 Auswärtsspiele und Prinzeninseln " width="223" height="300" /></a>&#8220;Auswärts&#8221;, im Ausland, tagt die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung alle zwei Jahre. Wie &#8220;spielerisch&#8221; es dabei zugehen kann, zeigt sich in der gelösten Atmosphäre, die in vielen von Isolde Ohlbaums Dichter- und Denkerbildern herrscht. Dass hier eine (natürlich gemischtgeschlechtliche) Mannschaft unterwegs ist, macht Ohlbaum dadurch deutlich, dass sie fast nur Gruppenbilder in den Band <em>Auswärtsspiele</em> aufnimmt, der die Reisen anlässlich der Sitzungen zwischen 1998 und 2008 dokumentiert. Sie fanden in Budapest, Krakau, Turin, Sankt Petersburg, Kopenhagen und Lemberg/Czernowitz statt. Auch die gastgebenden Mitspieler sind auf zahlreichen Fotos zu sehen. Am Lächeln sieht man es: Es handelt sich um Freundschaftsspiele. Zwar werden hier keine Stadien gefüllt, aber auf den Bildern von Lesungen ist durchaus auch Publikum zu sehen.</p>
<li>Meine Rezension des Buches von Isolde Ohlbaum steht auf <a title="literaturkritik.de" href="http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=13849" target="_blank">literaturkritik.de</a>.</li>
<p><a href="http://www.aufenthalte.info/wp-content/uploads/2010/01/Sartorius.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-1015" title="Unknown" src="http://www.aufenthalte.info/wp-content/uploads/2010/01/Sartorius-182x300.jpg" alt="Unknown" width="182" height="300" /></a></p>
<p>Die andere Neuerscheinung beschäftigt sich mit den Istanbuler Prinzeninseln. Wie weit ihre Geschichte zurückreicht, und wie nah sie uns doch ist, macht folgende Beobachtung deutlich: Wer in Oxford &#8220;Modern History” studiert, beginnt seinen Kurs nicht etwa 1918 oder 1492, sondern mit dem Jahr 285. Die moderne Welt begann damals insofern, als der römische Kaiser Diokletian die östliche Hälfte des immer schwerer zu regierenden Reiches mit einem eigenen Kaiser ausstattete. Die Unabhängigkeit eines neuen selbstbewußten Machtraums am östlichen Mittelmeer mit eigenständiger politischer, religiöser und kultureller Identität nahm ihren Anfang. Sie entfaltete sich im byzantinischen Kaiserreich, das 1453 von den Osmanen erobert wurde. Von etwa 330 bis 1923 war Byzanz, Konstantinopel und schließlich Istanbul kosmopolitische Hauptstadt mit weiter Ausstrahlung.</p>
<p>Die teils in Asien, teils in Europa gelegene Metropolregion hat ein stilles Zentrum in den Kızıl Adalar, den Prinzeninseln im Marmarameer. Ursprünglich ein Verbannungsort für in Ungnade gefallene Mitglieder des Hofes (daher der Name), entwickelten sich die Inseln im 19. Jahrhundert zu einem stillen Erholungsgebiet mit urigen Hotels und Restaurants. Auch heute noch sind Pferde und Esel die einzigen erlaubten Fortbewegungsmittel.</p>
<p>Joachim Sartorius hat nun eine Liebeserklärung an diese Inseln veröffentlicht, einen schmalen Reiseessay aus ganz persönlicher Perspektive. Der mobile Kosmopolit Sartorius, aufgewachsen in Tunis und anderen afrikanischen Städten, Alumnus von Universitäten in Deutschland, England und Frankreich, ehemaliger deutscher Gesandter in Nikosia, früherer Generalsekretär des Goethe-Instituts und heute Intendant der Berliner Festspiele, findet hier auch für sich selbst einen ruhigen Aufenthalt. Die Inseln in ihrem verfallenden Charme ziehen ihn an. Er unterhält sich mit seinen Freunden, dem Nobelpreisträger Orhan Pamuk, dem bekanntesten Fotografen der Türkei, Ara Güler, und mit zahlreichen einfachen Menschen über die historische Topografie der Inseln, und er spielt mit der Idee, eines der stolzen Anwesen auf der Insel zu kaufen – vielleicht ja sogar die Villa, in der Trotzki im Exil war.</p>
<ul>
<li>Meine Rezension des Buches von Joachim Sartorius steht auf <a title="literaturkritik.de" href="http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=13435" target="_blank">literaturkritik.de</a>.</li>
<li>Foto Copyright: <a rel="cc:attributionURL" href="http://www.flickr.com/photos/winterswan/">http://www.flickr.com/photos/winterswan/</a> / <a rel="license" href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC BY 2.0</a></li>
</ul>


<p>No related posts.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Die Gabel abgeben</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Sep 2009 22:14:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Johanna Schuster-Craig]]></category>
		<category><![CDATA[Belletristik]]></category>
		<category><![CDATA[Istanbul]]></category>
		<category><![CDATA[Jeans]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Prosa]]></category>

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		<description><![CDATA[Denken ist eine Backstein-Mauer. Sex ist ein Kuchen. Gender ist ein Polo-Hemd. 


No related posts.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Von Johanna Schuster-Craig</p>
<p><strong>“Rubin argumentiert: ‘Die neuere sexualwissenschaftliche Forschung hat sexuelles Verhalten vergeschichtlicht und eine konstruktivistische Alternative zu sexuellem Essentialismus geschaffen. Die entsprechenden Untersuchungen beruhen auf der Annahme, dass Sexualität gesellschaftlich und historisch konstituiert und nicht biologisch verfügt wird.’ Im Folgenden möchte ich diese konstitutiven Konstruktionalismen untersuchen.”</strong></p>
<p>Gayle Rubin ordnete ihr denkendes, sexuelles Universum mit Hilfe von Linienzeichnungen von Backstein-Mauern und Tortendiagrammen. Bewegliche Wände gerader Steine und Stücke vom Sex/Gender-Käsekuchen. Greif ordentlich zu, kaue, schlucke, und hol dir dann noch mehr. Brich dir einen Zahn ab, wenn du versuchst, einen Backstein zu kauen. Wenn du ihn ausspuckst, bekommst du: eine Million Kontakte und einen Mund, der anfängt zu bluten.<br />
Denken ist eine Backstein-Mauer.<br />
Sex ist ein Kuchen.<br />
Gender ist ein Polo-Hemd. Ein Polo-Hemd, dessen Ärmel zu lang und zu weit sind, der Kater nach einem Aufenthalt in der Herrenabteilung, bevor die dritte Tasse Kaffee es schließlich sonnenklar macht, dass auch die allergrößten Hoffnungen niemals ein Herrenhemd ausfüllen werden. Ein Meter sechzig groß und wenns hoch kommt zweiundachtzig Kilo: Alles, was sie in der Mall verkaufen, ist zu GROSS. Scheiße, wo kaufen eigentlich kleine Männer ihre Sachen? Mix and match, andro-chic, irgendeinen bescheuerten Namen wird es schon geben, der es modisch macht. Du bist obenrum ein Medium-Junge, Größe 10/12, mit einer 71-Zentimeter-Hüfte und Beinen, die ein paar Zentimeter zu lang für die Jeans sind, die sie Teenagern verkaufen. Schmeiß sie nicht in den Trockner, dann gehn sie auch nicht ein. Die Baumwolle soll sich mal locker machen.<br />
Aber dein jugendliches Äußeres leistet dir gute Dienste. Bei deinem jungen Kieferknochen, dem klaren Profil, ist es kein Wunder, dass dir Leute was zu essen machen wollen. Kinder denken, du bist cool, weil du aussiehst wie ein großes Kind, und das ist auf jeden Fall besser als auszusehen wie ein Erwachsener, besonders weil du es nie hinbekommen würdest, resigniert auszusehen. Und wenn du versuchst, mit den Café-Besitzern in Etiler, in Istanbul, Türkisch zu sprechen, dann lächeln sie immer. Sie legen eine starke, dicke Männerhand – die Art von Hand, die du ganz bestimmt nicht hast – auf deine knochige Schulter, kneifen dich und lächeln.<br />
Erwachsene Frauen lächeln dich auch an. Sie versuchen, dich aus der Damentoilette zu befördern, aber sie lächeln dabei und keifen nicht. Du siehst so klein aus, so harmlos, so jung, so nach Junge, dass sie dich anlächeln und dich yavrum nennen, dich bei der Schulter packen und dich den Gang entlang zur anderen führen, zur tuvalet mit deinem Namen drauf. Bay.<br />
In Deutschland keifen sie. Zwölf Mädchen, noch nicht mal Teenager, ganz außer sich, die sich durch deine Anwesenheit auf ihrer Toilette in ihrer Würde angegriffen fühlen, keifen dich an, dass DAS HIER das MÄDCHEN-Kloist, und dann schnappen sie gruppenschockiert nach Luft, wenn du einfach diesen langen, tiefen, gedehnten deutschen Ton loslässt: ja-aaaaaaaaa. Ich. WEISS.<br />
In den USA kannst du sie zum Tanzen bringen. Stell dich einfach da hin, ans Waschbecken, wo sie dich sehen können, wenn sie die Tür aufmachen, und dann gibt es einen Exkrete-Foxtrott: Reinkommen. Gucken. Warten, rumdrehen. Rausgehen, nachsehen, wieder reinkommen. Noch mal. Reinkommen, gucken, warten, rumdrehen, rausgehen, nachsehen, wieder reinkommen.</p>
<ul>
<li>Dies ist ein Ausschnitt aus einem längeren Prosa-Stück zum Thema, an dem Johanna Schuster-Craig derzeit arbeitet. Es soll in der Zeitschrift <em><a title="Belletristik" href="http://www.belletristik-berlin.de/" target="_blank">Belletristik</a></em> erscheinen. Übersetzung von Christophe Fricker.</li>
</ul>


<p>No related posts.</p>]]></content:encoded>
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