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	<title>Aufenthalte &#187; Aufenthalte &#8212; Jeans Archiv </title>
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	<description>Christophe Fricker über Freundschaft in Zeiten der Mobilität</description>
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		<title>Freundschaft am Erker</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Jan 2012 10:25:26 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Unversöhnte Eintracht und ein Plädoyer gegen verquälte Innenansichten monomaner Exzentriker: Das aktuelle Heft der Zeitschrift &#8220;Am Erker&#8221; (Nr. 62) widmet sich dem Thema Freundschaft. Enthalten sind Kurzgeschichten, Gedichte und Essays sowie, wie immer beim &#8220;Erker&#8221;, jede Menge Rezensionen. In einer Kurzgeschichte mit dem schönen Titel...


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			<content:encoded><![CDATA[<p>Unversöhnte Eintracht und ein Plädoyer gegen <a href="http://www.aufenthalte.info/wp-content/uploads/2012/01/Erker-62-Freundschaft.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-1732" title="EPSON MFP image" src="http://www.aufenthalte.info/wp-content/uploads/2012/01/Erker-62-Freundschaft-187x300.jpg" alt="Erker 62 Freundschaft 187x300 Freundschaft am Erker " width="150" height="240" /></a>verquälte Innenansichten monomaner Exzentriker: Das aktuelle Heft der Zeitschrift <a href="http://am-erker.de/" target="_self">&#8220;Am Erker&#8221; (Nr. 62)</a> widmet sich dem Thema Freundschaft. Enthalten sind Kurzgeschichten, Gedichte und Essays sowie, wie immer beim &#8220;Erker&#8221;, jede Menge Rezensionen.</p>
<p>In einer Kurzgeschichte mit dem schönen Titel &#8220;Die Insel, das Unglück, Christoph und ich&#8221; beobachten zwei Jungs einander, der eine ist cool, der andere sieht es und ist viel zu warm angezogen. Sie sind auf Klassenfahrt oder im Urlaub auf einer Insel. Der Coole schwafelt, der Beobachtende hört zu und weiß gar nicht, was das soll, und ist immer mehr genervt. Sirenen heulen, die beiden werden Zeuge einer maritimen Rettungsaktion, der Coole wird verhauen. Aber Genaues erfährt man nie. Die elliptische Bildfolge steht in einer markanten Spannung zu den blumigen Formulierungen, die hart an der Grenze zur Parodie liegen, aber nie darüber hinausgehen. Das Schlussbild ist ein Moment der Eintracht, allerdings einer offenen und unversöhnten und vielleicht auch einseitigen. Der Autor: Martin Brinkmann.</p>
<p><a href="http://www.aufenthalte.info/wp-content/uploads/2012/01/Robert-Louis-Stevenson.jpg"><img class="size-full wp-image-1725 alignleft" title="Robert Louis Stevenson" src="http://www.aufenthalte.info/wp-content/uploads/2012/01/Robert-Louis-Stevenson.jpg" alt="Robert Louis Stevenson Freundschaft am Erker " width="176" height="196" /></a>Unter den Essays sticht Gerald Funks Plädoyer für Robert Louis Stevenson hervor. Funk wehrt sich gegen die Auswüchse des psychologischen Romans, der die so genannte Hochkultur des 20. Jahrhunderts dominiert hat, gegen &#8220;verquälte Innenansichten monomaner Exzentriker, wortreiche Psychogramme hirn- und sprachgeschädigter Kleinkrimineller, sprachlich und narrativ ritualisierte Untergänge Gescheiterter, Selbstmörder voller intellektueller Überheblichkeit, Terroristen aus Menschenliebe, feingeistige Mörder aus Altruismus, sensible Dreckskerle, die das Leben der Frauen aus Liebe zur Hölle machen&#8221;. Stevenson führt uns dagegen durch die Welt, flott und spannend. Den Eskapismus der Gequälten, die die Verständnislosigkeit ihrer Mitwelt in unverständlichen Wortschwällen anklagten, darf man fürs Erste auf sich beruhen lassen.</p>
<p>Von mir ist ein Gedicht im Heft enthalten, &#8220;Spaarnwoude&#8221;, im Gedenken an einen toten Freund &#8212; Erinnerung an die letzte Begegnung, bei der Freund schon wusste, dass er kurz danach sterben würde, und nun die Selbstermahnung, mit dem Verlust umzugehen. Acht Zeilen &#8212; denn dieser konkrete Freund hatte was gegen nutzlose Redseligkeit.</p>
<h4>Sie können das Heft über die <a href="http://am-erker.de/" target="_self">Webseite der Zeitschrift</a> bestellen. Die €9,00 für das Einzelheft sind gut angelegt!</h4>


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		<title>Die Gabel abgeben</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Sep 2009 22:14:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Johanna Schuster-Craig]]></category>
		<category><![CDATA[Belletristik]]></category>
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		<description><![CDATA[Denken ist eine Backstein-Mauer. Sex ist ein Kuchen. Gender ist ein Polo-Hemd. 


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			<content:encoded><![CDATA[<p>Von Johanna Schuster-Craig</p>
<p><strong>“Rubin argumentiert: ‘Die neuere sexualwissenschaftliche Forschung hat sexuelles Verhalten vergeschichtlicht und eine konstruktivistische Alternative zu sexuellem Essentialismus geschaffen. Die entsprechenden Untersuchungen beruhen auf der Annahme, dass Sexualität gesellschaftlich und historisch konstituiert und nicht biologisch verfügt wird.’ Im Folgenden möchte ich diese konstitutiven Konstruktionalismen untersuchen.”</strong></p>
<p>Gayle Rubin ordnete ihr denkendes, sexuelles Universum mit Hilfe von Linienzeichnungen von Backstein-Mauern und Tortendiagrammen. Bewegliche Wände gerader Steine und Stücke vom Sex/Gender-Käsekuchen. Greif ordentlich zu, kaue, schlucke, und hol dir dann noch mehr. Brich dir einen Zahn ab, wenn du versuchst, einen Backstein zu kauen. Wenn du ihn ausspuckst, bekommst du: eine Million Kontakte und einen Mund, der anfängt zu bluten.<br />
Denken ist eine Backstein-Mauer.<br />
Sex ist ein Kuchen.<br />
Gender ist ein Polo-Hemd. Ein Polo-Hemd, dessen Ärmel zu lang und zu weit sind, der Kater nach einem Aufenthalt in der Herrenabteilung, bevor die dritte Tasse Kaffee es schließlich sonnenklar macht, dass auch die allergrößten Hoffnungen niemals ein Herrenhemd ausfüllen werden. Ein Meter sechzig groß und wenns hoch kommt zweiundachtzig Kilo: Alles, was sie in der Mall verkaufen, ist zu GROSS. Scheiße, wo kaufen eigentlich kleine Männer ihre Sachen? Mix and match, andro-chic, irgendeinen bescheuerten Namen wird es schon geben, der es modisch macht. Du bist obenrum ein Medium-Junge, Größe 10/12, mit einer 71-Zentimeter-Hüfte und Beinen, die ein paar Zentimeter zu lang für die Jeans sind, die sie Teenagern verkaufen. Schmeiß sie nicht in den Trockner, dann gehn sie auch nicht ein. Die Baumwolle soll sich mal locker machen.<br />
Aber dein jugendliches Äußeres leistet dir gute Dienste. Bei deinem jungen Kieferknochen, dem klaren Profil, ist es kein Wunder, dass dir Leute was zu essen machen wollen. Kinder denken, du bist cool, weil du aussiehst wie ein großes Kind, und das ist auf jeden Fall besser als auszusehen wie ein Erwachsener, besonders weil du es nie hinbekommen würdest, resigniert auszusehen. Und wenn du versuchst, mit den Café-Besitzern in Etiler, in Istanbul, Türkisch zu sprechen, dann lächeln sie immer. Sie legen eine starke, dicke Männerhand – die Art von Hand, die du ganz bestimmt nicht hast – auf deine knochige Schulter, kneifen dich und lächeln.<br />
Erwachsene Frauen lächeln dich auch an. Sie versuchen, dich aus der Damentoilette zu befördern, aber sie lächeln dabei und keifen nicht. Du siehst so klein aus, so harmlos, so jung, so nach Junge, dass sie dich anlächeln und dich yavrum nennen, dich bei der Schulter packen und dich den Gang entlang zur anderen führen, zur tuvalet mit deinem Namen drauf. Bay.<br />
In Deutschland keifen sie. Zwölf Mädchen, noch nicht mal Teenager, ganz außer sich, die sich durch deine Anwesenheit auf ihrer Toilette in ihrer Würde angegriffen fühlen, keifen dich an, dass DAS HIER das MÄDCHEN-Kloist, und dann schnappen sie gruppenschockiert nach Luft, wenn du einfach diesen langen, tiefen, gedehnten deutschen Ton loslässt: ja-aaaaaaaaa. Ich. WEISS.<br />
In den USA kannst du sie zum Tanzen bringen. Stell dich einfach da hin, ans Waschbecken, wo sie dich sehen können, wenn sie die Tür aufmachen, und dann gibt es einen Exkrete-Foxtrott: Reinkommen. Gucken. Warten, rumdrehen. Rausgehen, nachsehen, wieder reinkommen. Noch mal. Reinkommen, gucken, warten, rumdrehen, rausgehen, nachsehen, wieder reinkommen.</p>
<ul>
<li>Dies ist ein Ausschnitt aus einem längeren Prosa-Stück zum Thema, an dem Johanna Schuster-Craig derzeit arbeitet. Es soll in der Zeitschrift <em><a title="Belletristik" href="http://www.belletristik-berlin.de/" target="_blank">Belletristik</a></em> erscheinen. Übersetzung von Christophe Fricker.</li>
</ul>


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