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Aufenthalte » Einträge verschlagwortet mit "Mittelalter"

Angelsächsische Hochschulen?

Die deutsche Universitätslandschaft wird reformiert, aber angelsächsisch wird sie nicht. Von Ann Marie Rasmussen Bei meiner morgendlichen Lektüre der Los Angeles Times wurde ich stutzig. In einem Beitrag wurde der französische Präsident Sarkozy mit den Worten zitiert: „Natürlich gab es Spannungen im Verhältnis mit den USA, natürlich wurde gekämpft. Aber selbst unsere angelsächsischen Freunde (our Anglo-Saxon friends) sind nun vollkommen davon überzeugt, daß wir neue Regeln für die Finanzmärkte brauchen.“ Angelsachsen? Englische Muttersprachler müssen eine solche Wortwahl komisch und beinahe surreal finden. Aber warum? Meint man im Englischen mit dem Wort „Anglo-Saxon“ nicht dasselbe, was die Deutschen mit „angelsächsisch“ meinen? Um es kurz zu machen: nein. Präsident Sarkozy verwandte angelsächsisch so, wie es in Europa meist geschieht: als Begriff für britisch und amerikanisch. Diese Bedeutung ist offenbar eine Prägung des zwanzigsten Jahrhunderts. … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Ann Marie Rasmussen

Warum übersetzen?

Die Zeitschrift German Quarterly fragte ihre Leser, vor allem amerikanische Germanisten, warum Studenten und Wissenschaftler überhaupt Texte übersetzen sollen und warum man Übersetzungen in den Sprachunterricht einbauen soll. Die Antwort von Ann Marie Rasmussen auf dieser Seite, die Antwort von Christophe Fricker hier: And now this is ‘an inheritance’ – Upright, rudimentary, unshiftably planked In the long ago, yet willable forward Again and again and again. Mit diesem zweistrophige Gedicht beginnt Seamus Heaneys meisterhafte Übersetzung des altenglischen Beowulf. Der text wurde etwa im Jahr 900 geschrieben. Im Prozeß der Übersetzung treffen und unterhalten sich zwei große Geister, zwei Meister der Wortkunst – in Ihrer Gegenwart! Ihr Gespräch versammelt den langen Zeitraum von tausend Jahren in einen vergänglichen, aber wiederholbaren Moment der „beständigen Gegenwart“ (Heaney). Vielleicht die schwerste der Übersetzung auferlegte Bürde ist, daß sie in ihr … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Ann Marie Rasmussen

Jungfrau in Nöten?

Von Ann Marie Rasmussen Die „Jungfrau in Nöten“ – wir kennen sie: sie ist nobel, fromm und schön. Aber sie ist auch verletzlich, passiv und abhängig. Sie ist in einer schwierigen Lage, aus der sie sich selbst nicht befreien kann. Daher kommt sie auch nie allein: Sie kann auf die Hilfe des „Retters in der Not“ zählen. Wie sie selbst ist er nobel, fromm und schön – auf eine attraktive, männliche Art und Weise. Aber im Gegensatz zu ihr ist er auch stark, mutig und mächtig. Sie ist nur wichtig als Rettungsobjekt, als Brennpunkt der Stellung und des Wertes des Ritters im patriarchalischen System. Die Jungfrau in Nöten kommt in vielen modernen Texten und Filmen vor, von Die Braut des Prinzen bis zu Monty Pythons Ritter der Kokosnuss (in dieser Satire … Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter: Ann Marie Rasmussen