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	<title>Aufenthalte &#187; Aufenthalte &#8212; Prosa Archiv </title>
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	<description>Christophe Fricker über Freundschaft in Zeiten der Mobilität</description>
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		<title>Freundschaft am Erker</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Jan 2012 10:25:26 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Unversöhnte Eintracht und ein Plädoyer gegen verquälte Innenansichten monomaner Exzentriker: Das aktuelle Heft der Zeitschrift &#8220;Am Erker&#8221; (Nr. 62) widmet sich dem Thema Freundschaft. Enthalten sind Kurzgeschichten, Gedichte und Essays sowie, wie immer beim &#8220;Erker&#8221;, jede Menge Rezensionen. In einer Kurzgeschichte mit dem schönen Titel...


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Unversöhnte Eintracht und ein Plädoyer gegen <a href="http://www.aufenthalte.info/wp-content/uploads/2012/01/Erker-62-Freundschaft.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-1732" title="EPSON MFP image" src="http://www.aufenthalte.info/wp-content/uploads/2012/01/Erker-62-Freundschaft-187x300.jpg" alt="Erker 62 Freundschaft 187x300 Freundschaft am Erker " width="150" height="240" /></a>verquälte Innenansichten monomaner Exzentriker: Das aktuelle Heft der Zeitschrift <a href="http://am-erker.de/" target="_self">&#8220;Am Erker&#8221; (Nr. 62)</a> widmet sich dem Thema Freundschaft. Enthalten sind Kurzgeschichten, Gedichte und Essays sowie, wie immer beim &#8220;Erker&#8221;, jede Menge Rezensionen.</p>
<p>In einer Kurzgeschichte mit dem schönen Titel &#8220;Die Insel, das Unglück, Christoph und ich&#8221; beobachten zwei Jungs einander, der eine ist cool, der andere sieht es und ist viel zu warm angezogen. Sie sind auf Klassenfahrt oder im Urlaub auf einer Insel. Der Coole schwafelt, der Beobachtende hört zu und weiß gar nicht, was das soll, und ist immer mehr genervt. Sirenen heulen, die beiden werden Zeuge einer maritimen Rettungsaktion, der Coole wird verhauen. Aber Genaues erfährt man nie. Die elliptische Bildfolge steht in einer markanten Spannung zu den blumigen Formulierungen, die hart an der Grenze zur Parodie liegen, aber nie darüber hinausgehen. Das Schlussbild ist ein Moment der Eintracht, allerdings einer offenen und unversöhnten und vielleicht auch einseitigen. Der Autor: Martin Brinkmann.</p>
<p><a href="http://www.aufenthalte.info/wp-content/uploads/2012/01/Robert-Louis-Stevenson.jpg"><img class="size-full wp-image-1725 alignleft" title="Robert Louis Stevenson" src="http://www.aufenthalte.info/wp-content/uploads/2012/01/Robert-Louis-Stevenson.jpg" alt="Robert Louis Stevenson Freundschaft am Erker " width="176" height="196" /></a>Unter den Essays sticht Gerald Funks Plädoyer für Robert Louis Stevenson hervor. Funk wehrt sich gegen die Auswüchse des psychologischen Romans, der die so genannte Hochkultur des 20. Jahrhunderts dominiert hat, gegen &#8220;verquälte Innenansichten monomaner Exzentriker, wortreiche Psychogramme hirn- und sprachgeschädigter Kleinkrimineller, sprachlich und narrativ ritualisierte Untergänge Gescheiterter, Selbstmörder voller intellektueller Überheblichkeit, Terroristen aus Menschenliebe, feingeistige Mörder aus Altruismus, sensible Dreckskerle, die das Leben der Frauen aus Liebe zur Hölle machen&#8221;. Stevenson führt uns dagegen durch die Welt, flott und spannend. Den Eskapismus der Gequälten, die die Verständnislosigkeit ihrer Mitwelt in unverständlichen Wortschwällen anklagten, darf man fürs Erste auf sich beruhen lassen.</p>
<p>Von mir ist ein Gedicht im Heft enthalten, &#8220;Spaarnwoude&#8221;, im Gedenken an einen toten Freund &#8212; Erinnerung an die letzte Begegnung, bei der Freund schon wusste, dass er kurz danach sterben würde, und nun die Selbstermahnung, mit dem Verlust umzugehen. Acht Zeilen &#8212; denn dieser konkrete Freund hatte was gegen nutzlose Redseligkeit.</p>
<h4>Sie können das Heft über die <a href="http://am-erker.de/" target="_self">Webseite der Zeitschrift</a> bestellen. Die €9,00 für das Einzelheft sind gut angelegt!</h4>


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		<title>Und jetzt: Auf nach Rutgers!</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Aug 2011 20:30:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
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		<category><![CDATA[USA]]></category>

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		<description><![CDATA[Christophe Fricker ist der neue Max Kade Writer in Residence am Department of Germanic, Russian, and East European Languages and Literatures. 


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Christophe Fricker ist der neue <a href="http://german.rutgers.edu/events-news/recurring/index.htm#craig" target="_self">Craig-Kade Writer in Residence</a> am <a href="http://german.rutgers.edu/" target="_self">Department of Germanic, Russian, and East European Languages and Literatures</a> von Rutgers, The State University of New Jersey. Fricker wird während des Herbst-Semesters 2011 (Ende August bis Weihnachten) an seinem nächsten Buchprojekt arbeiten. Was es ist, verrät er noch nicht &#8212; thematisch wird es nicht allzu weit von bisherigen Arbeiten entfernt sein, von der Form her aber wohl.</p>
<p>Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit wird Fricker einen Undergraduate <a href="http://german.rutgers.edu/courselist/currentofferings/description/387f11.htm" target="_self">Kurs über den deutschen Humor </a>unterrichten. In der Beschreibung heißt es: &#8220;Students will be sent home after week 1. Everyone knows that Germans have no sense of humor. Just kidding. They do. And we will explore some of the ways in which it is expressed. The four main areas we will look at are full-length comedy films (Loriot, Gerhard Polt); stand-up comedy (Bülent Ceylan, Pigor und Eichhorn); op-ed cartoons on current affairs, both national and international (Behrendt, Greser und Lenz); and satirical cartoon books about National Socialism (Walter Moers). In addition to close textual and visual analyses we will explore the often controversial reception of these works, thus gaining an appreciation of the formation of public audiences and of particular sensitivities with regard to content (class, race, region, ideology) and language (political correctness, dialects, jargon).&#8221;</p>
<p>Darüber hinaus wird Fricker für Studenten, Lehrer und Kollegen Workshops zu Fragen der Übersetzung und der Kulturgeschichte geben.</p>
<p>Ein Wort zur Tradition der Position: 2002 stellte die New Yorker Max Kade Foundation eine beträchtliche Summe zur Verfügung, damit Rutgers University jährlich einen Wissenschaftler oder Autor einladen könnte. Die Mittel waren großzügig bemessen, reichten aber nicht aus, um die tatsächlichen Kosten dieses ambitionierten Programms zu decken. Dr. Charlotte M. Craig, die die Bedeutung der Initiative für das Deutsch-Programm von Rutgers University erkannte, stiftete daraufhin einen Betrag, mit dem die nun “<a href="http://german.rutgers.edu/events-news/recurring/index.htm#craig" target="_self">Craig-Kade Scholar or Writer in Residence</a>” benannte Position auf sichere Füße gestellt wurde. Erster Inhaber war Dr. Hanno Loewy, Direktor des Jüdischen Museums Hohenems. In den vergangenen Jahren waren Michael Stavaric und Andrea Grill zu Gast in Rutgers.</p>
<p>Christophe Fricker kehrt damit nach einem Jahr Abwesenheit wieder &#8212; zumindest für einige Monate &#8212; in die USA zurück. Er war von 2006 bis 2010 am Department of Germanic Languages and Literature der Duke University tätig gewesen.</p>
<ul>
<li>Foto von <a href="http://www.flickr.com/photos/onmywayto/" target="_self">OnMyWayTo</a>.</li>
</ul>


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		<title>Er war jung und brauchte das Geld</title>
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		<pubDate>Sun, 02 Jan 2011 09:09:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
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		<description><![CDATA[Der New Yorker Broker Forrest wird an der Spanischen Treppe in Rom von dem 17jährigen, sizilianisch-stämmigen Marcello erst angezwinkert, dann angesprochen. Forrest nimmt den Jungen mit nach Hause. Seine Ehefrau ist nach langen Streitereien in die USA zurückgekehrt, die Wohnung leer, das Bett bereit. Forrests...


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.aufenthalte.info/wp-content/uploads/2010/12/Windham-Cover.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-1472" title="Windham Cover" src="http://www.aufenthalte.info/wp-content/uploads/2010/12/Windham-Cover-181x300.jpg" alt="Windham Cover 181x300 Er war jung und brauchte das Geld " width="181" height="300" /></a>Der New Yorker Broker Forrest wird an der Spanischen Treppe in Rom von  dem 17jährigen, sizilianisch-stämmigen Marcello erst angezwinkert, dann  angesprochen. Forrest nimmt den Jungen mit nach Hause. Seine Ehefrau ist  nach langen Streitereien in die USA zurückgekehrt, die Wohnung leer,  das Bett bereit. Forrests amerikanischer Freund Robert hatte ihm  erklärt, dass wechselnde Beziehungen für römische Jungs so was seien  &#8220;wie Ice Cream Sodas im Drugstore an der Ecke für ihre amerikanischen  Altersgenossen.&#8221; Sie freuen sich, unterstellt er, wenn sie ihren kalten,  tyrannischen Vätern einen Nachmittag lang entkommen, den Schulstress  vergessen und sich mit einem dreißig Jahre älteren Strohwitwer ins Bett  legen. Und sie freuen sich darauf, ein paar Stunden später soviel Geld  zu bekommen, dass sie sich endlich das ersehnte Hemd kaufen können.</p>
<p>Donald Windhams Roman &#8220;Zwei Menschen&#8221; löste 1965 einen Skandal aus. Auch  heute ist er problematisch. In der Art und Weise, wie er problematisch  ist, verdeutlicht er dem Leser ungewollt die blinden Flecke  zwischenmenschlicher Begegnungen.</p>
<p><strong>Lesen Sie Christophe Frickers Besprechung dieses Romans <a href="http://www.welt.de/print/die_welt/vermischtes/article11702830/Er-war-jung-und-brauchte-das-Geld-fuer-ein-neues-Hemd.html" target="_self">hier</a>. </strong></p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Jünger und Foster Wallace lieben Hummer</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Mar 2010 23:07:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[David Foster Wallace]]></category>
		<category><![CDATA[Ernst Jünger]]></category>
		<category><![CDATA[Schmerz]]></category>
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		<description><![CDATA[Gesotten oder gesonnen? Unkulinarische Beobachtungen zu Hummer und Schmerz bei David Foster Wallace und Ernst Jünger „Denken Sie an den Hummer“ war der Artikel überschrieben, den der amerikanische Autor David Foster Wallace im August-Heft 2004 der Feinschmecker-Zeitschrift Gourmet veröffentlichte. Wallace war durch zwei düster-ironische Romane...


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3><strong>Gesotten oder gesonnen? </strong></h3>
<h4><em>Unkulinarische Beobachtungen zu Hummer und Schmerz bei David Foster Wallace und Ernst Jünger </em></h4>
<p>„Denken Sie an den Hummer“ war der Artikel überschrieben, den der amerikanische Autor David Foster Wallace im August-Heft 2004 der Feinschmecker-Zeitschrift <em>Gourmet </em>veröffentlichte. Wallace war durch zwei düster-ironische Romane über die Perspektivlosigkeit des Lebens im heutigen Amerika und durch eine Reihe von experimentierfreudigen Kurzgeschichten bekannt geworden. Zugleich schrieb er eine erstaunliche Anzahl von Reportagen für die führenden Zeitschriften der USA – über so verschiedene Dinge wie Tennis, John McCain und die Porno-Industrie. <em>Gourmet </em>verabredete mit ihm, daß er einen Beitrag über das Hummer-Festival im nordöstlichen Bundesstaat Maine schreiben solle. Wallace tat es in der ihm eigenen Art.</p>
<p>Er verbrachte mit seiner Freundin und seinen Eltern mehrere Tage dort und sammelte Eindrücke, machte Notizen. Der Beitrag, den er ablieferte, war anders als alles, was <em>Gourmet </em>normalerweise brachte – lang; voller griechisch-stämmiger Fremdworte; ausgestattet mit Fußnoten und Fußnoten zu Fußnoten. Die Provokation wäre nicht größer gewesen, wenn er ein Hummer-Rezept an eine Zeitschrift für postmoderne Theorie geschickt hätte.</p>
<p>Vor allem bestand sein Beitrag zum überwiegenden Teil aus Reflexionen zur Schmerzempfindlichkeit des Hummers. Wallace begnügte sich nicht damit, wie etwa der populäre Reiseautor Bill Bryson, die Tumbheit und den verschrobenen Lokalpatriotismus der amerikanischen Provinz aufzuspießen (obwohl er auch das tat, mit einer Reihe rabiater Adjektive). Er griff frontal eine Haltung an, die alle Fragen nach dem Leiden einer Kreatur entweder ignoriert oder durch vorschnelle, pseudo-wissenschaftliche Antworten zu den Akten legt. Denn Hummer werden natürlich in den allermeisten Fällen lebend zubereitet – Wallace weist darauf hin, daß der Hummer genau deshalb dem Frische-Bedürfnis vieler Konsumenten entgegenkommt. Der Autor überprüft ethische und neurologische Argumente und kontrastiert deren vermeintlich abgehobene Abstraktion wieder und wieder mit dem so augenscheinlichen Leiden eines Tieres, das gegen den Deckel des Kochtopfs schlägt und sich aus dem kochenden Wasser zu hieven versucht. Darüber gerät ihm das Spektakel eines (großen) Volksfests zum gruseligen mittelalterlichen Folterspiel, und er spekuliert, daß spätere Zeiten womöglich voller Ekel darauf zurückschauen werden.</p>
<p>Fast genau achtzehn Jahre vor diesem ungewöhnlichen Plädoyer für den Tierschutz hatte Ernst Jünger, der durch seine Tagebücher aus dem Ersten Weltkrieg und seine Schriften über die Abhärtung des modernen Menschen gegenüber dem Schmerz, durch den Begriff der „Totalen Mobilmachung“ und seine Agitation für einen revolutionären Umsturz in der Weimarer Republik bekannt geworden war, einen Hummer zubereitet. Im dritten Band seines Tagebuches <em>Siebzig verweht </em>notiert er am 2. September 1985, mithin im Alter von neunzig Jahren: „Auch der Hummer ist zu würdigen. Er bleckte seine gezähnten Scheren und sah mich bösartig an. Seine Augen glänzten wie Jettperlen.“ Jünger ergänzt: „Dabei habe ich ihn human behandelt – gleich getötet, und nicht ins kochende Wasser geworfen oder langsam gesotten, wie es die Feinschmecker tun.“ Die Formulierung, mit der Jünger seinen Tagebuch-Eintrag eröffnet und die derjenigen von Wallace so erstaunlich ähnlich ist, zeigt, wie weit er sich von seiner eigenen Vergangenheit entfernt hat.</p>
<p><a href="http://www.aufenthalte.info/wp-content/uploads/2010/03/Anarch-Cover.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-1139" title="Anarch Cover" src="http://www.aufenthalte.info/wp-content/uploads/2010/03/Anarch-Cover-215x300.jpg" alt="Anarch Cover 215x300 Jünger und Foster Wallace lieben Hummer " width="172" height="240" /></a>Diese Gedanken finden sich ausgeführt in der erweiterten Neuauflage des Buches <em>Anarch im Widerspruch, </em>hg. von Tobias Wimbauer, Hagen: Eisenhut, 2010. Das Buch ist in jeder Buchhandlung erhätlich oder bestellbar, und auch bei <a title="Amazon" href="http://www.amazon.de/Anarch-Widerspruch-Beitr%C3%A4ge-Br%C3%BCder-Friedrich/dp/3942090031/ref=sr_1_2?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1268780327&amp;sr=1-2" target="_self">Amazon</a>.</p>
<h4>Rezension von Buch und Beitrag</h4>
<p>Eine neue Rezension des <a title="IFB" href="http://ifb.bsz-bw.de/ifb2/bsz321551567rez-1.pdf;jsessionid=9F6FE20BE1F48EA8BFAD8BF2C69FA557?id=3202" target="_self">IFB</a> zu Christophe Frickers Essay über den Hummer bei Ernst Jünger: Der Beitrag &#8220;führt mit leichter Feder zu einer Kardinalfrage des Werkes von Jünger hin, nämlich zum Problem des Schmerzes. Diese wird hier erörtert im vergleichenden Zugriff auf Jüngers berühmten Essay, der mit einem Zitat aus einem Kochbuch über den Tod der Krebse im kochenden Wasser einsetzte, und einem neueren Essay des amerikanischen Schriftstellers David Foster Wallace, der sich mit dem Schicksal der Hummer in der Eßkultur auseinandersetzte und selbst an der Welt zerbrach (siehe seine Selbsttötung 2008).&#8221;</p>
<p>Mehr Infos gibt es <a title="hier" href="http://www.aufenthalte.info/junger-und-foster-wallace-lieben-hummer/" target="_self">hier</a>.</p>
<ul>
<li>Hummer-Foto von Shelley Ginger
<div><a rel="cc:attributionURL" href="http://www.flickr.com/photos/39242181@N00/">http://www.flickr.com/photos/39242181@N00/</a> / <a rel="license" href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC BY 2.0</a></div>
</li>
</ul>


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		<title>ZEIT-Interview</title>
		<link>http://www.aufenthalte.info/zeit-interview/</link>
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		<pubDate>Mon, 16 Nov 2009 19:45:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Die Zeit]]></category>
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		<category><![CDATA[Prosa]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 16. November veröffentlichte die Online-Ausgabe der Zeitung DIE ZEIT unter dem Titel &#8220;Lyriker klagen gern&#8221; ein Interview aus Anlaß der Zuerkennung des Hermann-Hesse-Förderpreises und des Erscheinens von Larkin Terminal. Das Gespräch, in dem es auch um die Rolle der Germanistik, die Schönheit von Oxford...


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			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 16. November veröffentlichte die Online-Ausgabe der Zeitung DIE ZEIT unter dem Titel &#8220;Lyriker klagen gern&#8221; ein Interview aus Anlaß der Zuerkennung des Hermann-Hesse-Förderpreises und des Erscheinens von <em><a title="Larkin Terminal" href="http://www.aufenthalte.info/larkin-terminal/" target="_self">Larkin Terminal</a>. </em>Das Gespräch, in dem es auch um die Rolle der Germanistik, die Schönheit von Oxford und die Relevanz zeitgenössischer Lyrik ging, führte Martin Brinkmann; die erste Frage lautete:</p>
<p><a href="http://www.aufenthalte.info/wp-content/uploads/2009/11/ZEIT.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-856" title="ZEIT" src="http://www.aufenthalte.info/wp-content/uploads/2009/11/ZEIT.jpg" alt="ZEIT ZEIT Interview" width="263" height="42" /></a><strong>ZEIT ONLINE:</strong> Herr Fricker, welchen Sinn hat das Reisen noch, wenn die ganze Welt verwestlicht ist, wie der große französische Anthropologe Claude Lévi-Strauss kurz vor seinem Tod beklagt hat?</p>
<p><strong>Christophe Fricker:</strong> Meinen Sie denn, dass Vermischungen, Begegnungen nicht faszinierend sind? Wenn Sie nach Reinkultur suchen, gibt es in der Tat nur wenige Ziele. Diese liegen wohl auch nicht im sogenannten Westen. Der Westen ist nicht überall gleich. Oder können Sie mir zwei europäische Städte nennen, die identisch sind? Wer so etwas annimmt, ist kein guter Beobachter und kein Menschenkenner. Wovor Lévi-Strauss warnte, ist doch vor allem die Augenfaulheit des Reisenden. Mir geht es nicht um eine fragwürdige Reinheit von Traditionen, sondern um Deutlichkeit in der Wahrnehmung. Einem Menschen oder einem Ort wird man nicht gerecht, indem man ihn dafür kritisiert, dass er verschiedenen Einflüssen gegenüber offen war und ist, sondern indem man jetzt auf seinen Anspruch antwortet.</p>
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<p><strong>ZEIT ONLINE:</strong> Verraten Sie uns Ihr Motiv für die Reisen?</p>
<p>Die Antwort auf diese wunderbare Frage und den Rest des Interviews gibt es <a title="hier" href="http://www.zeit.de/kultur/literatur/2009-11/christophe-fricker" target="_blank">hier</a>.</p>
<ul>
<li>Foto von Mark Myles Shelford.</li>
</ul>


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<li><a href='http://www.aufenthalte.info/und-jetzt-auf-nach-rutgers/' rel='bookmark' title='Und jetzt: Auf nach Rutgers!'>Und jetzt: Auf nach Rutgers!</a></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die Gabel abgeben</title>
		<link>http://www.aufenthalte.info/gabel-abgeben/</link>
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		<pubDate>Thu, 03 Sep 2009 22:14:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Johanna Schuster-Craig]]></category>
		<category><![CDATA[Belletristik]]></category>
		<category><![CDATA[Istanbul]]></category>
		<category><![CDATA[Jeans]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Prosa]]></category>

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		<description><![CDATA[Denken ist eine Backstein-Mauer. Sex ist ein Kuchen. Gender ist ein Polo-Hemd. 


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Von Johanna Schuster-Craig</p>
<p><strong>“Rubin argumentiert: ‘Die neuere sexualwissenschaftliche Forschung hat sexuelles Verhalten vergeschichtlicht und eine konstruktivistische Alternative zu sexuellem Essentialismus geschaffen. Die entsprechenden Untersuchungen beruhen auf der Annahme, dass Sexualität gesellschaftlich und historisch konstituiert und nicht biologisch verfügt wird.’ Im Folgenden möchte ich diese konstitutiven Konstruktionalismen untersuchen.”</strong></p>
<p>Gayle Rubin ordnete ihr denkendes, sexuelles Universum mit Hilfe von Linienzeichnungen von Backstein-Mauern und Tortendiagrammen. Bewegliche Wände gerader Steine und Stücke vom Sex/Gender-Käsekuchen. Greif ordentlich zu, kaue, schlucke, und hol dir dann noch mehr. Brich dir einen Zahn ab, wenn du versuchst, einen Backstein zu kauen. Wenn du ihn ausspuckst, bekommst du: eine Million Kontakte und einen Mund, der anfängt zu bluten.<br />
Denken ist eine Backstein-Mauer.<br />
Sex ist ein Kuchen.<br />
Gender ist ein Polo-Hemd. Ein Polo-Hemd, dessen Ärmel zu lang und zu weit sind, der Kater nach einem Aufenthalt in der Herrenabteilung, bevor die dritte Tasse Kaffee es schließlich sonnenklar macht, dass auch die allergrößten Hoffnungen niemals ein Herrenhemd ausfüllen werden. Ein Meter sechzig groß und wenns hoch kommt zweiundachtzig Kilo: Alles, was sie in der Mall verkaufen, ist zu GROSS. Scheiße, wo kaufen eigentlich kleine Männer ihre Sachen? Mix and match, andro-chic, irgendeinen bescheuerten Namen wird es schon geben, der es modisch macht. Du bist obenrum ein Medium-Junge, Größe 10/12, mit einer 71-Zentimeter-Hüfte und Beinen, die ein paar Zentimeter zu lang für die Jeans sind, die sie Teenagern verkaufen. Schmeiß sie nicht in den Trockner, dann gehn sie auch nicht ein. Die Baumwolle soll sich mal locker machen.<br />
Aber dein jugendliches Äußeres leistet dir gute Dienste. Bei deinem jungen Kieferknochen, dem klaren Profil, ist es kein Wunder, dass dir Leute was zu essen machen wollen. Kinder denken, du bist cool, weil du aussiehst wie ein großes Kind, und das ist auf jeden Fall besser als auszusehen wie ein Erwachsener, besonders weil du es nie hinbekommen würdest, resigniert auszusehen. Und wenn du versuchst, mit den Café-Besitzern in Etiler, in Istanbul, Türkisch zu sprechen, dann lächeln sie immer. Sie legen eine starke, dicke Männerhand – die Art von Hand, die du ganz bestimmt nicht hast – auf deine knochige Schulter, kneifen dich und lächeln.<br />
Erwachsene Frauen lächeln dich auch an. Sie versuchen, dich aus der Damentoilette zu befördern, aber sie lächeln dabei und keifen nicht. Du siehst so klein aus, so harmlos, so jung, so nach Junge, dass sie dich anlächeln und dich yavrum nennen, dich bei der Schulter packen und dich den Gang entlang zur anderen führen, zur tuvalet mit deinem Namen drauf. Bay.<br />
In Deutschland keifen sie. Zwölf Mädchen, noch nicht mal Teenager, ganz außer sich, die sich durch deine Anwesenheit auf ihrer Toilette in ihrer Würde angegriffen fühlen, keifen dich an, dass DAS HIER das MÄDCHEN-Kloist, und dann schnappen sie gruppenschockiert nach Luft, wenn du einfach diesen langen, tiefen, gedehnten deutschen Ton loslässt: ja-aaaaaaaaa. Ich. WEISS.<br />
In den USA kannst du sie zum Tanzen bringen. Stell dich einfach da hin, ans Waschbecken, wo sie dich sehen können, wenn sie die Tür aufmachen, und dann gibt es einen Exkrete-Foxtrott: Reinkommen. Gucken. Warten, rumdrehen. Rausgehen, nachsehen, wieder reinkommen. Noch mal. Reinkommen, gucken, warten, rumdrehen, rausgehen, nachsehen, wieder reinkommen.</p>
<ul>
<li>Dies ist ein Ausschnitt aus einem längeren Prosa-Stück zum Thema, an dem Johanna Schuster-Craig derzeit arbeitet. Es soll in der Zeitschrift <em><a title="Belletristik" href="http://www.belletristik-berlin.de/" target="_blank">Belletristik</a></em> erscheinen. Übersetzung von Christophe Fricker.</li>
</ul>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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