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	<title>Aufenthalte &#187; Aufenthalte &#8212; Universitäten Archiv </title>
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	<description>Christophe Fricker über Freundschaft in Zeiten der Mobilität</description>
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		<title>Und jetzt: Auf nach Rutgers!</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Aug 2011 20:30:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Christophe Fricker ist der neue Max Kade Writer in Residence am Department of Germanic, Russian, and East European Languages and Literatures. 


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Christophe Fricker ist der neue <a href="http://german.rutgers.edu/events-news/recurring/index.htm#craig" target="_self">Craig-Kade Writer in Residence</a> am <a href="http://german.rutgers.edu/" target="_self">Department of Germanic, Russian, and East European Languages and Literatures</a> von Rutgers, The State University of New Jersey. Fricker wird während des Herbst-Semesters 2011 (Ende August bis Weihnachten) an seinem nächsten Buchprojekt arbeiten. Was es ist, verrät er noch nicht &#8212; thematisch wird es nicht allzu weit von bisherigen Arbeiten entfernt sein, von der Form her aber wohl.</p>
<p>Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit wird Fricker einen Undergraduate <a href="http://german.rutgers.edu/courselist/currentofferings/description/387f11.htm" target="_self">Kurs über den deutschen Humor </a>unterrichten. In der Beschreibung heißt es: &#8220;Students will be sent home after week 1. Everyone knows that Germans have no sense of humor. Just kidding. They do. And we will explore some of the ways in which it is expressed. The four main areas we will look at are full-length comedy films (Loriot, Gerhard Polt); stand-up comedy (Bülent Ceylan, Pigor und Eichhorn); op-ed cartoons on current affairs, both national and international (Behrendt, Greser und Lenz); and satirical cartoon books about National Socialism (Walter Moers). In addition to close textual and visual analyses we will explore the often controversial reception of these works, thus gaining an appreciation of the formation of public audiences and of particular sensitivities with regard to content (class, race, region, ideology) and language (political correctness, dialects, jargon).&#8221;</p>
<p>Darüber hinaus wird Fricker für Studenten, Lehrer und Kollegen Workshops zu Fragen der Übersetzung und der Kulturgeschichte geben.</p>
<p>Ein Wort zur Tradition der Position: 2002 stellte die New Yorker Max Kade Foundation eine beträchtliche Summe zur Verfügung, damit Rutgers University jährlich einen Wissenschaftler oder Autor einladen könnte. Die Mittel waren großzügig bemessen, reichten aber nicht aus, um die tatsächlichen Kosten dieses ambitionierten Programms zu decken. Dr. Charlotte M. Craig, die die Bedeutung der Initiative für das Deutsch-Programm von Rutgers University erkannte, stiftete daraufhin einen Betrag, mit dem die nun “<a href="http://german.rutgers.edu/events-news/recurring/index.htm#craig" target="_self">Craig-Kade Scholar or Writer in Residence</a>” benannte Position auf sichere Füße gestellt wurde. Erster Inhaber war Dr. Hanno Loewy, Direktor des Jüdischen Museums Hohenems. In den vergangenen Jahren waren Michael Stavaric und Andrea Grill zu Gast in Rutgers.</p>
<p>Christophe Fricker kehrt damit nach einem Jahr Abwesenheit wieder &#8212; zumindest für einige Monate &#8212; in die USA zurück. Er war von 2006 bis 2010 am Department of Germanic Languages and Literature der Duke University tätig gewesen.</p>
<ul>
<li>Foto von <a href="http://www.flickr.com/photos/onmywayto/" target="_self">OnMyWayTo</a>.</li>
</ul>


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		<title>Andererseits: Ernst Jüngers Waldgang</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Oct 2010 12:00:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Ernst Jünger]]></category>
		<category><![CDATA[Universitäten]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Essay über die Freiheit im neuen transatlantischen Jahrbuch. 


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ernst Jünger vollzieht in seinem Essay <em>Der Waldgang </em>eine Kehrtwende. Er steht zu seinen Analysen aus dem kontroversen Buch <em>Der Arbeiter, </em>aber er schätzt die Welt der Arbeit nun fundamental anders ein. <em>Der Waldgang </em>ist ein Buch der Freiheit des Einzelnen. Es fordert den Leser dazu auf, seine Lebenswelt in Frage zu stellen, und es eröffnet ihm die Fülle des Daseins neu. Kann man diesen Prozeß als Konversion bezeichnen? Christophe Fricker untersucht diese Frage in seinem Beitrag „The Worker’s Conversion“, der jetzt im ersten Band von <em>andererseits, </em>dem neuen <em>Yearbook of Transatlantic German Studies, </em>erschienen ist.</p>
<p>In dem Band geht es außerdem um Ruhrgebietskrimis, Straßen der Kindheit, Schriftsteller-Images –die Themen sind vielfältig, anregend und in mancherlei Hinsicht außergewöhnlich. In 21 Beiträgen werfen Autoren und Autorinnen ganz unterschiedlicher wissenschaftlicher und kultureller Herkunft ihren je eigenen Blick auf ausgewählte literaturwissenschaftliche Themen.</p>
<p>Hervorgegangen ist das Jahrbuch aus der Zusammenarbeit zweier Institute: Seit fünf Jahren besteht eine enge fachliche Kooperation zwischen der Germanistik/Literaturwissenschaft an der Universität Duisburg-Essen und dem Department of Germanic Languages and Literature an der Duke University, Durham NC. Konkrete Formen dieser Zusammenarbeit sind der Austausch von Graduierten und Lehrenden, die gemeinsame Betreuung von Promotionen und Projekten sowie seit 2009 ein gemeinsames Forschungskolloquium, das in Zukunft jährlich stattfinden soll. Die Vorträge dieser ersten Konferenz sowie weitere Beiträge von Teilnehmern, Förderern und Freunden des Programms werden in <em>andererseits</em> vorgestellt.</p>
<p><a href="http://www.aufenthalte.info/wp-content/uploads/2010/10/andererseits-cover-full.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-1431" title="andererseits cover full" src="http://www.aufenthalte.info/wp-content/uploads/2010/10/andererseits-cover-full-217x300.jpg" alt="andererseits cover full 217x300 Andererseits: Ernst Jüngers Waldgang " width="217" height="300" /></a>Themen unter anderem:</p>
<p>Baron von Münchhausen und der gesellschaftlich-technische Fortschritt<br />
Das literarische Zitat bei Wilhelm Raabe<br />
Siegfried Lipiner’s <em>Adam</em><br />
Die ironische Struktur in Georg Lukács’ Essayband <em>Die Seele und die Formen</em><br />
Das Schriftsteller-Image und seine Dekonstruktion<br />
Ungarische Künstler in der Weimarer Republik<br />
T. S. Eliot und Alfred Döblin<br />
Canetti’s Debt to Goethe<br />
Vom Nutzen und Nachteil der Archivarbeit für …: Ein Werkstattbericht<br />
Bibliotheken in der Literatur<br />
Von der Straße der Kindheit in eine Gesellschaft ganz ohne Straßen<br />
Einmal Moskau und zurück: Von der Erfahrung einer Selbstdistanzierung<br />
Das Flugzeug als „anderer Ort“ in der Literatur<br />
Einsamkeitstopoi im Film<br />
Autor(ität) und neue Oralität<br />
Die „Innere Leere“ in Christan Krachts <em>Faserland</em><br />
Erasmus Schöfer und das Ruhrgebiet<br />
Wie das Ruhrgebiet im deutschen Krimi zu sich selbst kam<br />
Der deutsche Literaturbetrieb in der Abenddämmerung des Gutenberg-Zeitalters?<br />
Zum Einfluss von Literatur- und Filmübersetzungen auf die deutsche Gegenwartssprache</p>
<p>William C. Donahue und Jochen Vogt (Hg.)<br />
<em>andererseits: Yearbook of Transatlantic German Studies (Band 1)</em><br />
Paperback ISBN 978-3-940251-82-4 • 29,90 Euro<br />
E-Book ISBN 978-3-940251-83-1 • 26,90 Euro<br />
Duisburg: UVRR 2010. 260 Seiten.</p>
<p>Zu beziehen über Ihre Buchhandlung oder direkt unter: <a href="http://www.uvrr.de/fachrichtungen/germanistik/germanistik-literaturwissenschaft.html" target="_self">www.uvrr.de</a></p>


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		<title>Shocking Facts About Me and Computers</title>
		<link>http://www.aufenthalte.info/shocking-facts-computers/</link>
		<comments>http://www.aufenthalte.info/shocking-facts-computers/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 26 Apr 2010 20:15:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leicht und Schwer]]></category>
		<category><![CDATA[Posts in English]]></category>
		<category><![CDATA[demut]]></category>
		<category><![CDATA[Ernst Jünger]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Universitäten]]></category>

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		<description><![CDATA[Recently, I posted a question on my facebook profile: which computer should I buy? Based on all the comments I received, I decided to write down a few observations about me and computers. 


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Recently, I posted a simple question on my facebook profile: which computer should I buy? The question might be naively put, but it is an important one, because it touches on both a considerable expense and a large portion of my daily routine. Within hours, it had become my most commented-on post in the five years that I have been on facebook. It took until post #17 for anyone to ask what I was actually looking for. I decided to use this question as the starting point for my Sunday meditation and have since been able to make the following observations. Feedback is welcome.</p>
<p>1. I do not understand the passion and rage with which people discuss the Windows/Mac issue. But then I also don&#8217;t understand how people can HATE broccoli, or almost kill each other lining up for free T-shirts. I do live in a relationship that was severely tested by the fact that we could not agree who was the greater Lied composer, Schumann or Schubert (right answer: Schubert, but you knew that), so I assume it must be something like that.</p>
<p>2. I have only ever owned two computers in the past. One was a C64 which I got as a Christmas present in 1987. About ten years after that, I was given a laptop that was too big to fit into my Renault Clio. Both lasted for several years. I am immensely indebted to university libraries all over the world for allowing me to use their computers for writing papers, my M.A. and my doctoral dissertation. My social life was also greatly enriched by meeting people at the St John&#8217;s MCR computer room.</p>
<p>3. In spite of the above two statements, I think I&#8217;m actually quite good at getting the stuff done that I need to do on a computer. I use Elluminate, WordPress, I know more about Acrobat Pro than everyone else except maybe Christine&#8217;s toy polar bear that watches me as I use this program. I just don&#8217;t seem to &#8220;see&#8221; my computer. Programmers and engineers wouldn&#8217;t criticise me for it. They call their products &#8220;transparent technology&#8221; and they are proud of them. Christopher Coker, in his book <em><a title="The Future of War" href="http://books.google.com/books?id=udAZfc5V6OwC&amp;printsec=frontcover&amp;dq=christopher+coker+future+war&amp;source=bl&amp;ots=I7vaXZQXaq&amp;sig=5C5FRWwDBReEX2h1hrmaQaOiTfo&amp;hl=en&amp;ei=VTTWS_rOCZTc9ASuhKnLDw&amp;sa=X&amp;oi=book_result&amp;ct=result&amp;resnum=2&amp;ved=0CAsQ6AEwAQ#v=onepage&amp;q&amp;f=false" target="_self">The Future of War</a>,</em> mentions the fact that our society has been profoundly changed by the ubiquity of computers. But he goes on to say: „Our humanity has been redefined for us. To be a genius is to have greater situational awareness. To be knowledgeable is to be better informed. To be better informed is to know of every change in circumstances in the external environment. Wisdom has largely become a matter of information processing. And knowledge is no longer the discovery of facts as in the past but an ongoing process of data evaluation that, as subjective beings, we evaluate with machines.” (p. 35) The two things that strike me about this analysis are: you have to be able to understand information which you evaluate with machines; &#8220;with&#8221; means with the help of, so they are tools that deliver data that you use in your own value-based decision-making processes. Second, Coker seems to suggest an approach to computers that is guided by what political scientists call output legitimacy, i.e., if it works we&#8217;ll take it. Aesthetics, corporate structures, and ethical concerns with regard to the production process seem not to feature in this analysis.</p>
<p>4. I write and even read mostly on my computer. I do not print out pdf files, articles pulled from databases, e-mails, or newspaper articles. Nevertheless, I get or buy a new book almost every day. I use the internet to order books and to read book reviews, to discuss ideas and to share concerns in ways that make people send me books. I love having a library, in which there are a number of glossy prints of pictures of libraries.</p>
<p>5. I am able to switch off, and I like it, but I notice that it is becoming increasingly difficult. If I went to the gym I would say I need something like a cooling down exercise after a long workout when I have finished doing my &#8220;work.&#8221; I browse pointless web sites, spend too much time on <a title="Sporcle" href="http://www.sporcle.com/" target="_self">Sporcle</a>, the Africa pages of various news channels and so on. However, I own a mobile phone that can do exactly two things: make and receive phone calls, and send and receive text messages. I have no desire to receive news updates about earth quakes in Mongolia, Brad Pitt&#8217;s break ups, bmi&#8217;s special fares, and penis enlargements while I am buying striped shirts, making Thai curry, or read my hard copy of The New Yorker. It&#8217;s not news if it cannot wait.</p>
<p>6. I can no longer put off the question what I am actually looking for. I want my computer to be fast, safe, and reliable. I don&#8217;t like blue screens, viruses, or wait times. I appreciate that, compared to me and my friends, the computer is a more specialised entity and much more limited in what it can do (you cannot watch Friends <em>on </em>me, but you can watch Friends <em>with </em>me &#8212; what do you prefer? Better still, you can <em>be </em>friends with<em> </em>me).</p>
<p>7. Have you ever been to the <a title="Schuttersgalerij" href="http://www.amsterdam.info/museums/civic-guards-gallery/" target="_self">Schuttersgalerij</a> in Amsterdam? I bet you all the people depicted on the paintings there would have iPads and uLots (don&#8217;t ask me what they are) and a whole host of useless gadgets.</p>
<p>8. A great passage in Ernst Jünger&#8217;s diaries (although I tend to think of the entirety of his diaries as a great passage &#8212; but where does it lead?) is the one where he asks his travel agent (my older readers will remember those) for overseas boat tickets and then, a few days later, notes in awe that they arrived after a mere three days. But then again that&#8217;s still how long you have to wait for most British railway companies to mail you your tickets.</p>
<p>9. I realize that there is something incredibly silly about these discussions. I am NOT looking forward to meeting people you use the word &#8220;grundsätzlich&#8221; in every other sentence when I&#8217;m back in Germany.</p>
<p>10. What do you think?</p>
<ul>
<li>Photo credit: <a rel="cc:attributionURL" href="http://www.flickr.com/photos/franciscodaum/">http://www.flickr.com/photos/franciscodaum/</a> / <a rel="license" href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC BY 2.0</a></li>
</ul>


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		<title>Angelsächsische Hochschulen?</title>
		<link>http://www.aufenthalte.info/angelsachsische-hochschulen/</link>
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		<pubDate>Thu, 05 Nov 2009 23:06:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ann Marie Rasmussen]]></category>
		<category><![CDATA[Mittelalter]]></category>
		<category><![CDATA[Obama]]></category>
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		<description><![CDATA[Die deutsche Universitätslandschaft wird reformiert, aber angelsächsisch wird sie nicht. Ein Essay von Ann Marie Rasmussen


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			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg06.met.vgwort.de/na/2de96150604a43d9b7f2db0dccdd6d44" width="1" height="1" alt=" Angelsächsische Hochschulen? "  title="Angelsächsische Hochschulen? " />
<p><strong>Die deutsche Universitätslandschaft wird reformiert, aber angelsächsisch wird sie nicht. </strong></p>
<p>Von Ann Marie Rasmussen</p>
<p>Bei meiner morgendlichen Lektüre der <em>Los Angeles Times </em>wurde ich stutzig. In einem Beitrag wurde der französische Präsident Sarkozy mit den Worten zitiert: „Natürlich gab es Spannungen im Verhältnis mit den USA, natürlich wurde gekämpft. Aber selbst unsere angelsächsischen Freunde (our Anglo-Saxon friends) sind nun vollkommen davon überzeugt, daß wir neue Regeln für die Finanzmärkte brauchen.“ Angelsachsen? Englische Muttersprachler müssen eine solche Wortwahl komisch und beinahe surreal finden. Aber warum? Meint man im Englischen mit dem Wort „Anglo-Saxon“ nicht dasselbe, was die Deutschen mit „angelsächsisch“ meinen? Um es kurz zu machen: nein.</p>
<p><a href="http://www.aufenthalte.info/wp-content/uploads/2009/11/Angelsaechsisch2.jpg"><img class="size-full wp-image-790 alignleft" title="Angelsaechsisch2" src="http://www.aufenthalte.info/wp-content/uploads/2009/11/Angelsaechsisch2.jpg" alt="Angelsaechsisch2 Angelsächsische Hochschulen? " width="265" height="199" /></a>Präsident Sarkozy verwandte angelsächsisch so, wie es in Europa meist geschieht: als Begriff für britisch und amerikanisch. Diese Bedeutung ist offenbar eine Prägung des zwanzigsten Jahrhunderts. Goethe kennt sie nicht, auch in Grimms Wörterbuch fehlt sie. Duden und Wahrig erklären historisch: „Angelsachse: Vertreter der im 5./6. Jahrhundert nach England ausgewandeten westgermanischen Stämme der Angeln, Sachsen, und Jüten.” Der Duden ergänzt: „Person englischer Abstammung und Muttersprache, insbes. Engländer und englischstämmiger Amerikaner.”</p>
<p>Die Definition, die nun in Mode ist, rückte in den Debatten zur Hochschulreform in den Mittelpunkt des Interesses. Schon 1997 benutzte die damalige Bundesregierung den Begriff mit Bezug auf das britisch-amerikanische Hochschulsystem, das auch auf Kanada, Neuseeland und Australien ausstrahlt: „Der Bekanntheitsgrad und die Verwertbarkeit des deutschen Diploms sind, insbesondere in außereuropäischen Staaten, begrenzt. Das angelsächsische Graduierungsmodell (Bachelor, Master) ist dagegen am ‚Weltmarkt‘ allgemein akzeptiert. In weiten Teilen des Auslands gilt zudem die Bezeichnung ‚Diplom‘ als undifferenzierte Qualifikation auch im nicht akademischen Bereich.” (Aus einem Entwurf zur Änderung des Hochschulrahmengesetzes).</p>
<p>Meinen Sprecher des Deutschen also mit dem Begriff angelsächsisch einfach englischsprachige Länder weltweit? Ist es ein Euphemismus, mit dem das politische Minenfeld des Begriffspaars britisch-amerikanisch umgangen wird? Deutsche würden Präsident Sarkozys Bemerkung wohl kaum anstößig finden. Sie würden wohl auch die folgenden Passagen, ausgewählt aus einer großen Anzahl von aktuellen Beispielen, weder lustig noch rätselhaft finden: „Bald wird nur noch angelsächsisch kommuniziert” (warum nicht einfach „auf Englisch“?); oder „Französisch denken, angelsächsisch lenken, scheint das Motto von Edward Mitterrand zu sein” (wie lenkt man auf angelsächsisch?).</p>
<p>Was meint man nun auf Englisch mit dem Wort „Anglo-Saxon“? Englische Muttersprachler werden die erste Definition von Duden und Wahrig akzeptieren, auch wenn solches historische Wissen kaum Allgemeingut ist.</p>
<p><a href="http://www.aufenthalte.info/wp-content/uploads/2009/11/Angelsächsisch3.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-791" title="Angelsächsisch3" src="http://www.aufenthalte.info/wp-content/uploads/2009/11/Angelsächsisch3.jpg" alt="Angelsächsisch3 Angelsächsische Hochschulen? " width="300" height="200" /></a>Der Mißklang auf der sprachlichen Ebene hat aber einen anderen Grund. Für die meisten Amerikaner ist Anglo-Saxon ein Synonym (eigentlich eine Metonymie) für WASP, ein negativ konnotierter soziologischer und politischer Neologismus aus den 60er Jahren, der für White Anglo-Saxon Protestant steht. WASP sind Angehörige der oberen Mittelklasse und der oberen Zehntausend, die von den frühsten Siedlern abstammen und ihrem Selbstverständnis nach den wirtschaftlichen Wohlstand, das gesellschaftliche Ansehen und die politische Macht in den USA gleichsam aus naturgegebenem Recht kontrollieren. Nur diejenigen, die alle drei Eigenschaften (Ethnizität, kulturelles Erbe und Religion) vereinen, gehören zu dieser Gruppe. Juden, Katholiken,  Schwarze, mexikanisch-, asiatisch-, italienisch- und irischstämmige Amerikaner sind ebenso wenig WASPs wie die indianische Urbevölkerung – und auch nicht die deutschstämmigen Amerikaner.</p>
<p>Als Professorin an einer amerikanischen Universität bereitet mir der deutsche Ausdruck „angelsächsisches Hochschulsystem“ böseste Kopf- und Bauchschmerzen, selbst wenn ich weiß, was diejenigen, die ihn verwenden, „eigentlich“ sagen wollen. Denn wer das Bildungssystem, in dem ich arbeite, „angelsächsisch“ nennt, hat einen (sicher unwillkürlich) auf groteske Weise eingeschränkten Blickwinkel. Er übersieht, daß die schnöselige WASP-Identität dem amerikanischen Bildungswesen eben gerade nicht mehr<strong> </strong>zugrunde liegt. Im Gegenteil: Die größten Leistungen dieses Systems werden dadurch verdrängt, nämlich die Schaffung von Universitäten von Schwarzen und für Schwarze, die in den langen Jahrzehnten der Segregation größte politische, wirtschaftliche und kulturelle<strong> </strong>Hindernisse überwinden mußten; die Einrichtung von Universitäten im Westen, die von Beginn an, seitdem sie im 19. Jahrhundert geschaffen wurden, koedukativ waren; die Gründung privater, religiös geprägter Einrichtungen jedweder Glaubensrichtung; und die Tatsache, daß die neuen Einwanderergruppen, das multiethnische, multireligiöse Gepräge der USA einen Ort in der Hochschullandschaft finden konnte. Was auch immer man gegen das amerikanische Hochschulwesen sagen kann, es ist gewiß nicht weiß, nicht protestantisch, und nicht angelsächsisch. Seine Flexibilität und Vielfalt verlangt Anerkennung und regt zur Nachahmung an. Wenn deutsche Journalisten amerikanisch und britisch meinen, sollten sie es einfach sagen.</p>
<p>Denn Anglo-Saxon und angelsächsisch sind das, was Sprachlehrer falsche Freunde nennen, „zwei Wörter aus zwei verschiedenen Sprachen, die in Schreibweise und/oder Klang gleich oder sehr ähnlich sind, aber verschiedene Bedeutungen haben” (Pascoe, Sprachfallen im Englischen).</p>
<p><a href="http://www.aufenthalte.info/wp-content/uploads/2009/11/Angelsaechsisch4.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-792" title="Angelsaechsisch4" src="http://www.aufenthalte.info/wp-content/uploads/2009/11/Angelsaechsisch4.jpg" alt="Angelsaechsisch4 Angelsächsische Hochschulen? " width="300" height="200" /></a>Die Beamten, die den oben zitierten Entwurf eines neuen HRG verfaßten, waren sich durchaus bewußt, daß ein deutsches „Diplom“ nicht dasselbe ist wie ein englisches „Diploma“. Während das Deutsche ein Hochschulabschluß ist, handelt es sich beim Englischen einfach um eine Bescheinigung, die von einer Bildungs-, Ausbildungs- oder Erziehungseinrichtung ausgestellt wird, um zu bezeugen, daß jemand einen Kurs absolviert hat. In den Vereinigten Staaten erhalten Kinder manchmal ein „diploma“, wenn sie vom Kindergarten abgehen.</p>
<p>Es gibt eine Fülle von Fachliteratur und Einführungen für Laien in dieses Feld. Denn aus dem Vorigen wird klar, inwiefern Präsident Sarkozy wirklich einen Fauxpas begangen hat, indem er von seinen angelsächsischen Freunden sprach. Denn er sprach ja im Besonderen von seinem angelsächsischen Freund Präsident Barack Hussein Obama. Für einen Amerikaner ist es einfach unvorstellbar, wie der erste schwarze Präsident des Landes, der sich noch selbst als „einen Mischling“ („a mutt“) bezeichnet, dessen Wahl Schranken zwischen Rassen und Kulturen überwunden und das amerikanische Ideal der Gleichheit und der Gerechtigkeit für alle neu und radikal verwirklicht hat, als Angelsachse bezeichnet werden kann. Es ist geschmacklos, lachhaft, und daher unter Umständen. Die Redaktion der <em>LA Times </em>weiß das sicher. Vielleicht haben sie das Zitat gedruckt, um dem überambitionierten Präsidenten Sarkozy eins auszuwischen. Wie dem auch sei, wer von Präsident Obama spricht, darf ihn ruhig einen Amerikaner nennen.</p>
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<li>Titelfoto von <a rel="cc:attributionURL" href="http://www.flickr.com/photos/hinkelstone/">http://www.flickr.com/photos/hinkelstone/</a> / <a rel="license" href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC BY 2.0.<br />
</a></li>
<li>Weitere Fotos von <a rel="cc:attributionURL" href="http://www.flickr.com/photos/snake3yes/">http://www.flickr.com/photos/snake3yes/</a> / <a rel="license" href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC BY 2.0</a>, <a rel="cc:attributionURL" href="http://www.flickr.com/photos/richardmoross/">http://www.flickr.com/photos/richardmoross/</a> / <a rel="license" href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC BY 2.0</a> und
<div><a rel="cc:attributionURL" href="http://www.flickr.com/photos/epioles/">http://www.flickr.com/photos/epioles/</a> / <a rel="license" href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/">CC BY-SA 2.0</a></div>
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<li>Dieser Artikel erschien zunächst in der <em>Frankfurter Allgemeinen Zeitung </em>vom 12. August 2009.</li>
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		<title>Jungfrau in Nöten?</title>
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		<pubDate>Mon, 31 Aug 2009 14:08:56 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Von Ann Marie Rasmussen<img src="http://vg08.met.vgwort.de/na/7cf5833c042d48d39f40c8cb3c47a06a" alt=" Jungfrau in Nöten?" width="1" height="1" title="Jungfrau in Nöten?" /></p>
<p>Die „Jungfrau in Nöten“ – wir kennen sie: sie ist nobel, fromm und schön. Aber sie ist auch verletzlich, passiv und abhängig. Sie ist in einer schwierigen Lage, aus der sie sich selbst nicht befreien kann. Daher kommt sie auch nie allein: Sie kann auf die Hilfe des „Retters in der Not“ zählen. Wie sie selbst ist er nobel, fromm und schön – auf eine attraktive, männliche Art und Weise. Aber im Gegensatz zu ihr ist er auch stark, mutig und mächtig. Sie ist nur wichtig als Rettungsobjekt, als Brennpunkt der Stellung und des Wertes des Ritters im patriarchalischen System. Die Jungfrau in Nöten kommt in vielen modernen Texten und Filmen vor, von <em>Die Braut des Prinzen </em>bis zu Monty Pythons <em>Ritter der Kokosnuss </em>(in dieser Satire ist die Jungfrau in Nöten zu einem tuntigen jungen Mann geworden). Solche Bilder zeigen, dass das Mittelalter weiterhin eine zentrale Rolle für unsere kulturelle Identität spielt. Das Erbe der mittelalterlichen Kultur in West-Europa besteht nicht nur in unseren Institutionen fort, sondern prägt auch die moderne Fantasie und populäre Kultur, das sieht man an Spielen wie <em>World of Warcraft</em> genauso wie an den zahlreichen neuen Versionen des Artus-Mythos.</p>
<p>Was sagen uns mittelalterliche Quellen über die Realität, die diesen Bildern zugrunde liegt? Wurden Frauen im Mittelalter tatsächlich von einem patriarchalischen Unterdrückungssystem in Abhängigkeit gehalten? Mit anderen Worten: Waren die Jungfrauen wirklich in Nöten?</p>
<p>Wenn wir diese Frage beantworten wollen, müssen wir einen Blick auf die Fortschritte werfen, die die mediävistische Forschung in den letzten zwanzig Jahren gemacht hat. Was wir dort finden, ist in der Öffentlichkeit bisher nicht wahrgenommen worden, hat aber zur Folge, dass so gut wie alle Erzählungen, Bilder und Annahmen hinsichtlich des Mittelalters, die den verbreiteten Filmen und literarischen Werken zugrunde liegen und die das moderne Bewusstsein prägen, revidiert werden müssen.</p>
<p>Ann Marie Rasmussen nimmt diese Revision in einem mutigen und gescheiten Beitrag vor, der in der Ausgabe Juli 2009 der Zeitschrift MERKUR erschienen ist: &#8220;War die Jungfrau wirklich in Nöten? Neue Forschungen zur Rolle der Frau im Mittelalter&#8221;.</p>
<p>Mehr Infos auf der <a title="Merkur-Webseite" href="http://www.online-merkur.de/seiten/lp200907b.php" target="_blank">Merkur-Webseite</a>.</p>


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