ZEIT-Interview

ZEIT-Interview

Am 16. November veröffentlichte die Online-Ausgabe der Zeitung DIE ZEIT unter dem Titel “Lyriker klagen gern” ein Interview aus Anlaß der Zuerkennung des Hermann-Hesse-Förderpreises und des Erscheinens von Larkin Terminal. Das Gespräch, in dem es auch um die Rolle der Germanistik, die Schönheit von Oxford und die Relevanz zeitgenössischer Lyrik ging, führte Martin Brinkmann; die erste Frage lautete:

ZEIT ZEIT InterviewZEIT ONLINE: Herr Fricker, welchen Sinn hat das Reisen noch, wenn die ganze Welt verwestlicht ist, wie der große französische Anthropologe Claude Lévi-Strauss kurz vor seinem Tod beklagt hat?

Christophe Fricker: Meinen Sie denn, dass Vermischungen, Begegnungen nicht faszinierend sind? Wenn Sie nach Reinkultur suchen, gibt es in der Tat nur wenige Ziele. Diese liegen wohl auch nicht im sogenannten Westen. Der Westen ist nicht überall gleich. Oder können Sie mir zwei europäische Städte nennen, die identisch sind? Wer so etwas annimmt, ist kein guter Beobachter und kein Menschenkenner. Wovor Lévi-Strauss warnte, ist doch vor allem die Augenfaulheit des Reisenden. Mir geht es nicht um eine fragwürdige Reinheit von Traditionen, sondern um Deutlichkeit in der Wahrnehmung. Einem Menschen oder einem Ort wird man nicht gerecht, indem man ihn dafür kritisiert, dass er verschiedenen Einflüssen gegenüber offen war und ist, sondern indem man jetzt auf seinen Anspruch antwortet.

ZEIT ONLINE: Verraten Sie uns Ihr Motiv für die Reisen?

Die Antwort auf diese wunderbare Frage und den Rest des Interviews gibt es hier.

  • Foto von Mark Myles Shelford.

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