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Stefan George: Gedichte für Dich

Stefan George: Gedichte für DichStefan George lädt uns ein: „Komm in den totgesagten park und schau“. Gehen wir mit. Dieses Buch begleitet den Leser durch das totgesagte, längst wieder lebendige Land von Georges Gedichten. George kritisiert den rücksichtslosen Kapitalismus und die Verantwortungslosigkeit unmenschlicher Beziehungen, den Aktionismus von Politikern und die Naturzerstörung durch Industriebetriebe. Stefan George: Gedichte für Dich widmet sich diesem Werk.

Stefan Georges Freunde haben sich auf sein Wort verlassen. Sie haben Traditionen produktiv interpretiert und ihre Umwelt mit wachen Sinnen beobachtet. Und sie gingen ganz unterschiedliche Wege: ein jüdischer Historiker des Heiligen Römischen Reiches, ein Hitler-Attentäter, ein Philosoph mit nationalsozialistischen Anwandlungen, ein sechzehnjährig verstorbener, zarter Dichter und viele andere.

Georges Dichtung war ihre gemeinsame Sprache. Kann ihre Vielfalt eine polarisierte Gesellschaft zusammenführen? Auf ihrer Grundlage sind enge, auch körperliche Freundschaften entstanden. Sie legt uns in Zeiten der posenhaften Selbstinszenierung die Innigkeit der Freundschaft ans Herz.

Mein Buch erkundet Georges zuversichtliche und auch seine verstörenden Gedichte. Es ist ein Buch für Menschen, denen Gedichte etwas bedeuten.

Blog zu Stefan George

„Stefan George ist wieder da“, schrieb die Frankfurter Rundschau. Jedoch in einem Klima, in dem von George als „Schreckensherrscher“ gesprochen wird, über seine Freunde und von seinen politischen Gedichten als Wegbereiter eines „Eliminierungsschubes“ in der Mitte des 20. Jahrhunderts. Mein stellt nun das vor, was dem Leben und der Wirkungsgeschichte zugrundeliegt: das Werk Georges.

Im Zentrum von Gedichte für Dich stehen daher die Gedichte Georges, die Fragen, die sie heute stellen und die Antworten, die man in ihnen finden kann. Darüber hinaus stellt diese Untersuchung auch Fragen, die ewig brennende sind: Kann man einem Dichter vertrauen? Kann man sich überhaupt je auf jemandes Wort verlassen? Was kann ein Wort bedeuten, wenn es verschiedene Bedeutungen haben kann?

 

Rezensionen

„Fricker teilt Georges skeptischen Blick auf die Moderne, schätzt seinen Versuch, auf moderne Weise antimodern zu sein, sich einem Senkblei gleich in die Gegenwart hinabzulassen, um sich gegen deren Zumutungen zu wappnen, gegen Machbarkeitsglauben, entgrenzten Individualismus und die heute wieder so aufgeputzte Rede vom vermeintlich Alternativlosen. Frickers Sicht belebt und erfrischt.“ (DIE WELT, 17. Dezember 2011)

„[Ein Buch, das] mit dem poetischen Werk auch die Lehre Georges als Angebot für ein freies Leben im Zeichen der Freundschaft ernst nimmt. Georges Mittelweg zwischen einer Fortschreibung alter Muster und einer Verwerfung sprachlichen Weltbezugs beschreibt Fricker luzide. Georges Gedichte, das hebt Fricker zu Recht hervor, sind vieldeutig und lassen sich nicht von einer Seite vereinnahmen. Jeder liest sie auf eigene Gefahr, zu eigener Erkenntnis und mit eigener Lust.“ (Tagesspiegel, 5. November 2011)

„Das Verdienst von Christophe Frickers Stefan George: Gedichte für Dich, einem handlich-profunden Buch und wohl auch einem dichterischen Bekenntnis, liegt darin, späten George-Karikaturen recht gelassen zu begegnen, indem das Buch weniger apologetisch als exegetisch zum Werk zurückkehrt.“ (Am Erker 62)

„Fricker gelingt es, George aus der Mottenkiste der unlesbaren und skandalösen Lyriker herauszuholen.“ (literaturkritik.de, 30. Januar 2012)

„Das psalmenhafte Sprechen Georges wird hier nicht ideo­logie­kritisch verworfen, sondern als kühne Aneignung des Schönen legitimiert.“ (SR2 und Poetenladen, 15. Februar 2012)

 

Christophe Fricker
Stefan George: Gedichte für Dich
Berlin: Matthes & Seitz, 2011

383 Seiten, 29,90 Euro
ISBN: 978-3-88221-699-8